DAK und BKK Gesundheit: Krankenkassen-Fusion gescheitert

Keine Fusion zwischen der DAK und BKK Gesundheit

Die gesetzlichen Krankenkassen DAK und BKK Gesundheit sind seit längerem finanziell angeschlagen und wollten gemeinsam ihr Heil in einer Fusion suchen. Daraus wird nun nichts. Wie die gesetzlichen Krankenkassen auf ihrer Webseite mitteilen, gibt es keine nachhaltige Basis für eine Zusammenlegung. „Die Ausschüsse empfehlen dem Verwaltungsrat, die Eigenständigkeit der BKK Gesundheit derzeit beizubehalten“, ist auf der Firmenhomepage der BKK Gesundheit zu lesen. Ursprünglich sollte aus der Fusion der beiden Kassen die deutschlandweit drittgrößte gesetzliche Krankenversicherung mit über 7 Millionen Mitgliedern entstehen.

Zukunft der DAK und BKK Gesundheit offen

Damit könnte die Suche nach einem neuen Fusionspartner für beide Krankenkassen weitergehen. Insbesondere die Zukunft der BKK Gesundheit steht ohne neuen Partner auf der Kippe, aber auch die DAK kämft seit langem mit finanziellen Problemen. Der eingeführte Zusatzbeitrag hat für beide Kassen nicht die erhoffte Entlastung gebracht. Im Gegenteil musste eine massenweise Abwanderung von Mitgliedern zur Konkurrenz oder gar in die Private Krankenversicherung verkraftet werden. Laut Expertenmeinung wird die Fusionswelle unter den gesetzlichen Kassen weitergehen, Pleiten und Insolvenzen nicht ausgeschlossen. Momentan gibt es etwa 160 gesetzliche Krankenkassen, allein 120 davon sind Betriebskrankenkassen (BKK). Mittelfristig erwarten Experten einen verbleib von lediglich 30 bis 50 Krankenkassen.

Wechsel in die Private Krankenversicherung für Angestellte soll vereinfacht werden

Weitere Gefahr droht den gesetzlichen Kassen durch die Pläne von Gesundheitsminister Philipp Rössler. Die Planung, die PKV Drei-Jahres-Frist, also die Wartezeit für einen Wechsel in die Private Krankenversicherung zu verkürzen oder gar abzuschaffen, bereitet die angeschlagenen gesetzlichen Kassen zusätzlich Sorgen. Nachdem der allgemeine Beitragssatz zur GKV von 14,9 auf 15,5 Prozent im kommenden Jahr angehoben wurde, ist die Private Krankenversicherung für die meisten Angestellten mit einem Einkommen von mindestenst 49.950 Euro im Jahr nicht nur deutlich günstiger, sondern auch mit zusätzlichen Leistungen ausgestattet. Gerade die Gruppe der „Besserverdiener“ ist es jedoch, von dem die Gesetzlichen profitieren.

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