DAK-Gesundheitsreport: Fehltage wegen psychischer Leiden mehr als verdoppelt

2012 wurden so viele Beschäftigte wie noch nie wegen psychischer Leiden arbeitsunfähig geschrieben. Doch Burn-Out und Co. sind laut dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport 2013 kein Massenphänomen. Lediglich das Bewusstsein in der Bevölkerung gegenüber psychischer Krankheiten hat sich verändert.

Mehr Krankschreibungen wegen psychischer Leiden

Übermäßige Belastung im Job, Zeit- und Konkurrenzdruck – Irgendwann können diese Faktoren zu Burn-out, Depressionen oder anderen seelischen Erkrankungen führen. Dabei scheinen die heutigen Arbeitnehmer immer öfter davon betroffen zu sein. Laut dem DAK-Gesundheitsreport 2013 hat sich seit 1997 die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Krankheiten um 165 Prozent mehr als verdoppelt.

Während vor 15 Jahren noch jeder 50. Beschäftigte wegen psychischer Leiden am Arbeitsplatz fehlte, war es 2012 schon jeder 22. Doch wie Frank Jacobi, Professor an der Psychologischen Hochschule Berlin, erläutert, gibt es „keine Hinweise darauf, dass heute mehr Menschen psychische Störungen haben als vor 20 Jahren.“ Stattdessen ist Burn-Out in den letzten Jahren näher in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Frauen nimmt Psycho-Stress mehr mit

Die Ergebnisse des Reports zeigen, dass Frauen häufiger als Männer von psychischem Stress betroffen sind. Zudem treten entsprechende Erkrankungen überdurchschnittlich oft im Gesundheitswesen und im öffentlichen Dienst auf. Ständige berufliche Telefonate innerhalb der Freizeit begünstigen dabei Depressionen. Schon ein Anruf in der Woche außerhalb der Arbeitszeit kann das Risiko, an einer psychischen Störung zu erkranken, erhöhen. Bei durchgehend erreichbaren Mitarbeitern leidet laut dem DAK-Gesundheitsreport jeder Vierte an einer Depression. Die Belastung durch E-Mails wird indes geringer eingeschätzt. Von den Personen, die auch nach Feierabend ihre Mails abrufen, fühlen sich dadurch zwei von drei nicht belastet.

Längere Arbeitszeiten, Konkurrenzdruck, Arbeitsverdichtung

Aus Sicht der Ärzte sind längere Arbeitszeiten ein Grund für mehr psychisch bedingte Krankschreibungen. Zudem gibt es aus ihrer Sicht für die weniger leistungsfähigen Mitarbeiter immer weniger Platz in der Arbeitswelt. So erhöhen kurzfristige Anstellungen die Gefahr einer psychischen Erkrankung. Hinzu kommt, dass ein fehlender sozialer Rückhalt außerhalb der Arbeit psychische Beschwerden zudem begünstigt.

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