DAK bald mit Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenkasse?

Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) mit einem Verlust von 77 Millionen Euro

Von vielen befürchtet, könnten Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) bald Wirklichkeit werden. Als erste große Krankenkasse könnte die drittgrößte GKV in Deutschland, die Deutsche Angestellten Krankenkasse, kurz DAK, betroffen sein. Mit einem Verlust von rund 77 Millionen Euro hinkt sie deutlich hinter dem Durchschnitt der im Ersatzkassenverband VDEK organisierten Krankenkassen. Diese erwirtschafteten unter dem Strich einen Überschuss von 20 Millionen Euro. Erste deutsche Kassen könnten nun von ihrem Recht Gebrauch machen, Zusatzbeiträge zu erheben.

Von möglichen Zusatzbeiträgen der DAK wären aktuell über sechs Millionen Krankenkassenmitglieder betroffen. Eine offizielle Stellungnahme lässt noch keinen eindeutigen Schluss über die Marschrichtung zu. So versucht sich ein Sprecher der DAK in einer verbalen Verallgemeinerung als Rechtfertigung für kommende Beitragserhöhungen: die gesetzlichen Krankenversicherungen stehen insgesamt vor der Situation, dass sie mit dem Einheitsbeitrag nicht auskommen“, so ein DAK-Sprecher. Sollte der Zusatzbeitrag wie von Experten bereits zum Anfang Februar 2010 kommen, wäre die Deutsche Angestellten Krankenkasse neben der „Gemeinsame BKK Köln“ die zweite große Kasse mit Krankenversicherungsprämien oberhalb des gesetzlichen Beitragssatzes.

Zusatzbeitrag bei DAK als Pausche? Sonderkündigung und Wechsel möglich!

Wie die Erhebung eines möglichen Zusatzbeitrages aussehen wird, ist noch nicht klar. Zum einen könnte eine Pauschale von acht Euro im Monat erhoben werden. Eine weitere Möglichkeit wäre die Erhöhung des Beitragssatzes pauschal um einen Prozent. So oder so kommen schwere und unangenehme Zeiten auf die Versicherten der DAK, die mit dem Zeitpunkt der Mitteilung über den Zusatzbeitrag einen ausserordentliches Kündigungsrecht erhalten und somit ohne Wahrung von Fristen kündigen und wechseln können. So wird mit einer größeren Austrittselle bei der DAK gerechnet. Als Alternative bieten sich zum einen konkurrierende gesetzliche Krankenkassen mit günstigeren Beitragssätzen oder die private Krankenversicherung an. Ein Wechsel in die private Krankenversicherung wird im kommenden Jahr nicht zuletzt wegen der Aufhebeung der Drei-Jahresfrist einfacher. Zudem müssen Angestellte deutlich weniger Einkommen nachweisen, um in eine private Krankenkasse (PKV) wechseln zu könen.

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