City BKK: Zehntausende ohne neue Krankenversicherung

Am Freitag hört das Kapitel City BKK als gesetzliche Krankenversicherung auf zu existieren. Trotz dieser Tatsache und der unzähligen Aufrufe zum umgehenden Wechsel in eine neue GKV haben sich Zehntausende der ehemals 168.000 Versicherten noch keine neue Krankenversicherung gesucht. Aus diesem Grund meldet sich noch einmal der Spitzenverband der GKV und ruft zum Handeln auf. Beziffert wird die Zahl der Betroffenen auf 49.000.

Experten rechnen mit Problemen

Die Zahlen sind allerdings alles andere als verlässlich.

Denn Versicherte der City BKK, die eine neue Krankenversicherung gefunden haben, müssen sich bei ihrer alten GKV nicht abmelden und erhalten auch keine offizielle Kündigungsbestätigung, diese Aufgabe übernimmt das Schreiben zur Schließung der Kasse. Aufgrund dieser Konstellation kann also die absurde Situation entstehen, dass sich Versicherte bereits um eine neue GKV bemüht haben, die City BKK davon aber schlicht nicht erfahren hat.

Ein Umstand, der aus Sicht einiger Experten erneutes Konfliktpotenzial bereithält, da unklar bleibt, wieviel Mitglieder die City BKK tatsächlich noch hat. Erst zum Stichtag 14. Juli 2011, wenn die Wechselfrist für den Versicherten abläuft, kann ein Schlussstrich gezogen werden. Dann sind nämlich der Arbeitgeber, die Agentur für Arbeit oder Rentenversicherungsträger für die Anmeldung in einer neuen Krankenversicherung zuständig. Wer zu diesem Terim noch als Mitglied der City BKK gilt, hat sein Wahlrecht verspielt.

Leistungen werden weiter gewährt

Wer derzeit noch keine neue Krankenkasse gefunden hat, stellt sich mit Sicherheit die Frage, ob ab 01. Juli 2011 – dem Zeitpunkt der offiziellen Schließung – auch weiterhin Leistungen gezahlt werden. Oder er beim Arzt dann als Patient selbst in die Tasche greifen muss? Hier geben Verbände und Kassen Entwarnung. Durch die Führung der „City BKK in Abwicklung“ müssen deren Noch-Mitglieder keine Einbußen fürchten, die GKV rechnet mit der neuen Kasse allen Leistungen rückwirkend zum 01. Juli ab.

Einen Schlag in den Nacken muss die City BKK dann aber doch noch berichten. Das Sozialgericht Berlin verurteilte die Krankenversicherung zur Rückzahlung des Zusatzbeitrags – aufgrund einer unzureichenden Information in Bezug auf das Sonderkündigungsrecht (AZ: S 73 KR 1635/10). Gegen den Richterspruch will die GKV aber Berufung einlegen.

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