City BKK: Krankenkassen geraten unter Beschuss

Die Pleite der City BKK hat das Vertrauen vieler Bürger in das System der GKV gleich in doppelter Hinsicht geschädigt. Auf der einen Seite werden Nachrichten über finanzielle Schieflagen noch feinfühliger wahrgenommen. Auf der anderen Seite stehen Krankenkassen am Pranger, die Versicherte abgewiesen haben. Inzwischen stehen die Krankenkassen und deren Vorstände massiv unter Beschuss. Sogar Gesetzesänderungen werden erwogen.

AOK-Chef bittet um Entschuldigung

Eine der Krankenkassen, die in den Fokus der öffentlichen Kritik geriet, war die AOK Berlin-Brandenburg.

Hier hatte man die Versicherten der City BKK an eine Filiale in Berlin-Weißensee verwiesen, die nur an zwei Tagen geöffnet hatte. Der AOK-Chef Frank Michalak entschuldigte sich jetzt bei den Versicherten der City BKK. Die Zustände in der Geschäftsstelle seien ihm peinlich und entsprächen nicht dem Geschäftsgebaren der Krankenkasse, so Michalak.

Gleichzeitig erklärte der AOK-Chef, dass die Öffnungszeiten erheblich ausgedehnt werden und das Personal verstärkt wird. Ob diese Maßnahmen allerdings ausreichen, um den Ärger und die Wut zu beruhigen, ist fraglich. Denn die AOK ist längst nicht die einzige Kasse, die am Pranger steht. Seitens der Politik ist man nicht nur über das Verhalten der Krankenkassen empört, sondern will auch gesetzgeberisch handeln.

CDU prüft Gesetz für Sanktionen

So erklärte etwa Johannes Singhammer gegenüber der „FTD“, dass man ein Gesetz prüfe, um die Vorstände von Kassen haftbar zu machen, die zu einer solchen rigiden Praxis im Alltag greifen. Singhammer bezeichnete das Verhalten der Krankenkassen in diesem Zusammenhang als „unwürdig“. Mit dem Gesetz sollen die Chefs sogar persönlich für das Fehlverhalten der Krankenkasse haftbar gemacht werden. Scheinbar sind es aber nicht nur die Kassen, die Probleme mit der City BKK. Auch einzelne Ärzte behandeln Berichten zufolge Patienten der Kasse nicht.

Gesundheitsminister Daniel Bahr von der FDP beschrieb diesen Zustand als „skandalös“. Mit der Forderung nach Konsequenzen für die sture Verweigerungshaltung einiger Kassen steht die Union nicht allein da. Auch seitens der SPD werden seit Tagen Forderungen laut, die eine stärkere Sanktionierung dieses offensichtlichen und patientenschädlichen Verhaltens fordern.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr