City BKK: Chaos bei maroder Krankenkasse

Eigentlich sollte die Abwicklung der City BKK ohne große Schwierigkeiten geordnet über die Bühne gehen. Davon scheinen die Versicherten der Krankenkasse allerdings nicht viel zu spüren. Erst die Hinhaltetaktik anderer Versicherer, dann Berichte über Lücken in den Leistungen und nun das angebliche Chaos bei der City BKK. Bei der Pleite-Kasse stapeln sich angeblich Briefe, Versicherte müssen wochenlang warten und der Frust der Versicherten wächst.

City BKK lehnt Hilfe ab

Obwohl die Zustände von einigen Experten als chaotisch beschrieben werden, scheint man bei der City BKK die Probleme weniger schwerwiegend zu sehen.

So mussten laut Techniker Krankenkasse extra geschickte Helfer wieder zurückkehren. Die City BKK scheibt den Schwarzen Peter unter anderem den anderen Krankenkassen zu. Aufgrund der Abwimmel-Taktik hätten Mitarbeiter sich die Sorgen der Versicherten anhören müssen, statt Anträge und Post zu bearbeiten.

Oliver Reken, Vorstand der City BKK, wies zudem daraufhin, dass die Behauptung, Post würde bis zu acht Wochen liegen bleiben, falsch sei. Richtig sei dagegen die Tatsache, dass es in einigen Bereichen „Rückstände bei der Bearbeitung“ gebe. Allerdings will die City BKK bis zur Schließung zum 1. Juli die unerledigten Leistungsanträge abarbeiten. Dazu müssten laut Reken 43 Mitarbeiter zusätzlich zu Verfügung stehen.

Wechsel laufen nicht immer glatt

Ebenfalls Probleme scheinen die Wechsel der Versicherten in andere Krankenkassen zu bereiten. So sind Berichte in der Presse aufgetaucht, laut denen die Datensätze der Versicherten in einigen Fällen nicht vollständig sind, ja die Mitarbeiter sich die Informationen am Ende sogar per Datenträger bei der City BKK abholen. Bleibt für die Versicherten zu hoffen, dass wenigstens diese Probleme umgehend gelöst werden.

Denn neuer Ärger zeichnet sich bereits ab – nämlich mit den Versicherungskarten. Die der City BKK werden zum 1. Juli ungültig. Wer dann noch zum Arzt muss, kann die paradoxe Situation erleben, als Kassenpatient die Arztrechnung in bar zahlen zu müssen. Obwohl Vertreter der GKV und die Politik über die „City BKK Körperschaft in Abwicklung„ hier vorsorgen wollen, ist die Lunte an ein Fass mit neuen Problemen gelegt.

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