Central Krankenversicherung: Bürgerversicherung zwingt PKV zu Reformen

Die Central Krankenversicherung war die erste PKV, welche die gravierenden Probleme, die durch die Billigtarife entstehen, erkannte und diese deshalb aus dem Programm nahm. Jetzt steht der Central ein drastischer Umbau bevor, sowohl der unternehmensinterne Außendienstbereich, als auch die Sparte der Versicherungsmakler wird fast komplett eingestellt. Die Bürgerversicherung scheint der Central Krankenversicherung unausweichlich.

Vorbereitung auf Umbruch im Gesundheitswesen

Die Central Krankenversicherung stellt aber nicht nur den eigenen Außendienst ein, in welchem 600 Vertreter beschäftig sind, es sind auch die Versicherungsmakler von den Kürzungen betroffen, sodass auch diese Sparte vermutlich deutlich schrumpft.

Aus dem Vorstand der PKV gehen die Mathematikerin Daniela Rode und der Jurist Friedrich Schmidt, zurück bleiben nur Heinz Teuscher und Vertriebschef Oliver Brüß.

Die Central Krankenversicherung war eine der ersten Versicherer im Bereich der privaten Krankenversicherungen, welche versuchte, mit Billigtarifen neue Kunden – besonders aus dem Bereich der Selbständigen – zu gewinnen. Jedoch ist das Ziel nicht erreicht worden: Die in Billigtarifen versicherten Verbraucher sollten nach relativ kurzer Zeit in einen besseren PKV-Tarif wechseln, da sie in den Billigtarifen kein Geld einbrachten – dies blieb aber aus. Außerdem ist aus den Reihen des Vorstandes zu vernehmen, dass im Gesundheitswesen ein Umbruch bevorsteht und die Bürgerversicherung nicht mehr aufzuhalten ist. Auch darauf wird sich bereits im Unternehmen mit den Reformen vorbereitet.

Central für Makler unattraktiv

Die Central Krankenversicherung, welche zum Generali-Konzern gehört, machte bereits im März dieses Jahres einen Umbruch durch. So wurde der Central-Chef Joachim von Rieth durch Konzernchef Dietmar Meister abgelöst, der die Führung an Heinz Teuscher mit dem Auftrag übergab, die Private Krankenversicherung neu zu strukturieren.

Die Vertreter der Central Versicherung sollen aber nicht entlassen werden, sondern in anderen Bereichen des Konzerns unterkommen. So etwa bei der Generali-Versicherung aus München oder bei der DVAG (Deutsche Vermögensberatung). Allerdings sind die Veränderungen derzeit teilweise noch in der Planungsphase und noch lange keine beschlossene Sache.

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