Bürgerversicherung: Der GKV-Beitrag könnte auf 10,5 Prozent sinken

Die GKV steht vor massiven Herausforderungen. In den kommenden Jahren muss sie nicht nur mit steigenden Kosten im Gesundheitswesen, sondern auch einer älter werdenden Gesellschaft fertig werden. Die Linkspartei hat jetzt eine neue Studie mit dem Ergebnis zur Bürgerversicherung vorgestellt, dass der GKV-Beitrag auf 10,5 Prozent sinken kann. Eine Bedingung: Die Private Krankenversicherung wird als Form der Krankenvollversicherung abgeschafft.

Studie mit eindeutigem Ergebnis

In den letzten Wochen und Monaten hat das Thema GKV und Gesundheitskosten die Schlagzeilen des Öfteren dominiert.

Eine Tatsache, an der weder die Krankenkassen noch das Bundesgesundheitsministerium vorbeikommen. Als ein Lösungsansatz für die Probleme der GKV wird immer wieder die Einführung der Bürgerversicherung diskutiert. Die Linke gilt als einer ihrer Verfechter und versucht, mit einer neuen Studie deren Vorteile zu untermauern. Deren Ergebnis: Die Bürgerversicherung wäre in der Lage, den GKV-Beitrag um rund ein Drittel zu reduzieren.

Damit würde der Beitrag von derzeit 15,5 Prozent des Einkommens auf 10 Prozent des Einkommens absinken. Für den einzelnen Kassenpatienten durchaus eine verlockende Option. Wer allerdings wenig Begeisterung zeigen dürfte, ist die PKV, denn die Linke will diese Form der Vollversicherung abschaffen, die privaten Versicherer sollen lediglich Zusatztarife anbieten.

Kritikpunkte der Bürgerversicherung

Die Studienergebnisse sind eindeutig, denn es ließe sich nicht nur der Beitrag senken, auch Praxisgebühr, Zusatzbeitrag und Zuzahlungen fielen weg. Allerdings hat der Vorschlag zu Bürgerversicherung, welche die Linkspartei einführen will, auch Nachteile. So dürfte es mehr als schwierig sein, die Privatpatienten einfach zur Aufgabe angesparter Rückstellungen zu zwingen. Gleichzeitig schwebt der Linkspartei das Einbeziehen von Kapital- und Mieteinkünften zur Beitragsberechnung vor.

Zu guter Letzt wäre ein dritter Schwachpunkt, dass die Linke anscheinend einen Wegfall der Beitragsbemessungsgrenze im Auge hat. Besserverdienende müssten dann deutlich mehr in die GKV einzahlen. Rechtswissenschaftler sehen in diesem Zusammenhang aber ein deutliches Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung, was zu juristischem Ärger führen könnte. Zugute kämmen die Pläne aber den niedrigen bis mittleren Einkommen und der Kaufkraft.

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