Bürgerversicherung: Barmenia warnt Versicherte vor Rot-Grün

Die Barmenia warnt ihre Kunden davor, am Sonntag SPD oder Grüne zu wählen. Denn die beiden Parteien sehen im Falle eines Wahlsiegs die Abschaffung der privaten Krankenversicherung und Einführung einer Bürgerversicherung vor. Doch nicht alle Barmenia-Kunden sind erfreut über das Schreiben.

Wer will die Bürgerversicherung?

Der Wahlkampf ist in der heißen Phase, in wenigen Tagen wird sich entscheiden, wer Deutschland in den nächsten vier Jahren regieren wird. Ein wichtiger Punkt im Wahlkampf ist dabei auch die Zukunft der Krankenversicherung. Die jetzigen Regierungsparteien CDU/CSU und FDP wollen das jetzige duale Krankenversicherungssystem beibehalten. Die Oppositionsparteien SPD und Grüne sowie DieLinke wollen die private Krankenversicherung jedoch abschaffen. Sie wollen stattdessen eine solidarische Bürgerversicherung einführen, in der alle Bundesbürger versichert sind.

Barmenia gibt Versicherten Wahlempfehlung

Spiegel Online hat nun ein Schreiben der Barmenia veröffentlicht, in dem den privat Krankenversicherten der Gesellschaft davon abgeraten wird Rot-Grün zu wählen. In dem Schreiben ist von einer Zerschlagung des jetzigen, funktionierenden Systems die Rede. Es wird zudem auf die „Einheitssysteme in Großbritannien, Spanien, den Niederlanden oder Schweden“ verwiesen. Demnach müssten sich Versicherte mit der Einführung einer solchen Einheitsversicherung auf längere Wartezeiten und Einschränkungen bei Medikamenten, medizinischen Leistungen und der generellen Therapiefreiheit einstellen.

Barmenia stark von Bürgerversicherung betroffen

Gegenüber dem Spiegel äußerte sich ein Barmenia-Versicherter jedoch erschüttert von dem Schreiben. So sehe er darin ein Versuch der Wahlmanipulation durch ein Wirtschaftsunternehmen. Die Barmenia wiegelt ab. Man habe den Versicherten nicht vorschreiben wollen, was diese zu wählen haben, sondern nur fragen, ob den Versicherten die Konsequenzen einer Bürgerversicherung bewusst wären. Die Barmenia hat sich bereits im Mai kritisch zur Bürgerversicherung geäußert. So macht die private Krankenvollversicherung rund 84 Prozent des Umsatzes der Barmenia aus. Die Bürgerversicherung hätte also tatsächlich weitreichende Folgen für das Versicherungsunternehmen.

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