Brustimplantate: Wenn Schönheit zum Gesundheitsrisiko wird

„Wer schön sein will, muss leiden“. Ein altes Sprichwort, das angesichts aktueller Schlagzeilen rund um einen Skandal, in dem Brustimplantate im Mittelpunkt stehen, sicher an ungewöhnlicher Aktualität gewinnt. Kern der aktuellen Medienberichte sind Implantate, die nicht mit medizinischem Silikon, sondern einfachem Bausilikon gefüllt sind. Aufgrund der gesundheitlichen Risiken, die von diesem Stoff ausgehen und der Tatsache, dass betroffene Brustimplantate drohen schnell zu reißen, leben viele Betroffene – auch in Deutschland – derzeit in Angst um die eigene Gesundheit.

Implantate aus billigem Industriesilikon

[Berlin] Im vorliegenden Fall kann aus durchaus davon gesprochen werden, dass das Schönheitsideal zur Bedrohung für die Gesundheit wird.

Im Mittelpunkt des Skandals steht die Firma Poly Implants Prothèses – kurz PIP – welche aus Kostengründen für die eigenen Brustimplantate kein hochwertiges Medizinsilikon verwendete, sondern zum deutlich billigeren Industriesilikon griff und damit einen Millionenbetrag einsparen konnte. Mittlerweile fürchten viele der betroffenen Frauen, an Krebs zu erkranken.

Schadenersatzforderungen dürften allerdings ins Leere laufen – PIP ist inzwischen in Konkurs gegangen. Behörden empfehlen nun, die betroffenen Implantate aus dem Körper zu entfernen. Für Betroffene wird die Situation dadurch sicher nicht besser – drohen sie doch auf den Kosten sitzen zu bleiben. Dabei hätte man eher reagieren können, denn deutsche Behörden warnten bereits im vergangenen Jahr vor den Silikonkissen, wie das BfArM.

Ermittlungen gegen PIP laufen

Der Fall zeigt, dass das Geschäft mit der Schönheit boomt. Und auch die Skrupel einiger Hersteller relativ gering sind, wenn es um die Gesundheit der Patienten geht. Dass es sich beim Fall von Poly Implants Prothèses um kein rein französisches Problem handelt, ist der Tatsache geschuldet, dass PIP vornehmlich für den Export arbeitet. Da sich die bisher bekannten Zahlen über Probleme mit den Silikonkissen vor allem auf Frankreich beziehen, dürfte sich in den kommenden Wochen hier sicher noch einiges tun.

Bisher gehen die Behörden von rund 2.000 Beschwerden aus, darunter sollen acht Krebsfälle sein, die im Zusammenhang mit Patientinnen stehen. Ob sich der Verdacht, dass die Implantate Krebs auslösen, tatsächlich erhärten lässt, müssen Untersuchungen und die weitere Aufklärung des Skandals zeigen.

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