Borreliose: Wenn der Zeckenbiss krank macht
Derzeit sind in einigen Bundesländern Ferien. Viele Eltern verbringen inzwischen wieder in Deutschland den Urlaub. Dabei unterschätzt werden allerdings die Gesundheitsgefahren. Einige Regionen gelten als Risikogebiete für die Lyme-Borreliose. Derzeit wird an einem neuen Therapieansatz gearbeitet, welcher die Krankheitserreger bereits vor Ausbruch der Erkrankung abtöten soll.
Bisher keine wirksame Soforttherapie
Lange galt der Biss einer Zecke (allgemein der Gemeine Holzbock; lat. Ixodes ricinus) als relativ ungefährlich.
Für beide Erkrankungen, die durch einen Zeckenstich übertragen werden, lässt sich ein Nord-Süd-Gefälle aushalten. Gerade FSME-Risikogebiete beschränken sich auf Süddeutschland, insbesondere die Länder Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen. Während gegen FSME, die durch Viren ausgelöst wird, eine Impfprophylaxe möglich ist, steht im Fall der Lyme-Borreliose nach wie vor die Akuttherapie im Vordergrund.
Neuer Behandlungsansatz gegen Borreliose
Ausgelöst wird die Borreliose durch die Übertragung von Bakterien aus der Gruppe der Spirochäten, genauer Stämmen des Bakteriums Borrelia burgdorferi. Bislang werden Betroffene, die nach einem Zeckenstich typische Symptome zeigen bzw. in deren Blut entsprechende Antikörper gefunden werden, mit einer Antibiotika-Therapie behandelt. Eine wirksame Soforttherapie existiert dagegen nicht. Was die Therapie zudem schwierig macht, ist der Umstand, dass nur ein Teil der Betroffenen tatsächlich Symptome aufweist.
Allerdings könnte sich diese Tatsache bald ändern. Derzeit läuft unter anderem an der Uniklinik Köln eine Studie zur Wirksamkeit eines Gels, welches direkt nach dem Stich der Zecke auf die Einstichstelle aufgetragen wird. In dem Gel sind antibiotische Wirkstoffe enthalten, welche die Borrelien als Auslöser der Erkrankung noch in der Haut abtöten sollen. Auf diese Weise ließe sich vermeiden, dass die Krankheitserreger in den Blutkreislauf gelangen und in andere Körperregionen abwandern können.
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