BKK Hoesch: Zusatzbeitrag nur bis Ende 2012

BKK Hoesch Zusatzbeitrag
Der Zusatzbeitrag ist für viele gesetzliche Krankenkassen zum Problemfall geworden. Jetzt rudert die BKK Hoesch zurück. Erst dieses Jahr führte die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag von 15 Euro ein. Wie jetzt bekannt wird, soll der Beitrag, den die Mitglieder Monat für Monat zahlen müssen, bereits wieder Ende 2012 in der Versenkung verschwinden. Die Gründe für diesen Schritt lassen sich an einer Hand abzählen. Über das Sonderkündigungsrecht kehrten der GKV den Rücken.
Zusatzbeitrag als Damoklesschwert
Die Situation der BKK Hoesch zeigt eindrucksvoll, welche Signalwirkung der Zusatzbeitrag hat.
Von den rund 73.000 Mitgliedern, welche sich in der Betriebskrankenkasse absicherten, ergriffen rund 14.600 Versicherte die Flucht. Dies entspricht einem Mitgliederschwund von rund 20 Prozent. Eine beachtliche Zahl, die gerade die kleineren Krankenkassen besonders hart trifft, da hier jeder Beitragszahler zählt. Ähnlich anderer Kassen, die inzwischen den Zusatzbeitrag verlangen, sind die Gründe auch bei der BKK Hoesch finanzielle Schwierigkeiten.
BKK Hoesch: Risikostrukturausgleich als Sargnagel
Im Fall der BKK Hoesch hat der Risikostrukturausgleich den Stein ins Rollen gebracht. 2010 musste die GKV rund vier Millionen Euro zurückzahlen, die die Kasse zuviel aus dem Gesundheitsfonds erhalten hatte. Zusammen mit überraschend hohen Aufwendungen im Bereich der Gesundheitskosten setzte sich sprichwörtlich eine kleine Lawine in Gang. An deren Ende stand ein Defizit von rund 12 Millionen Euro. Da Rücklagen fehlten, mussten die Beitragszahler noch tiefer in die Tasche greifen.
Zusatzbeitrag vs. Gesundheitsfonds
Eigentlich eine absurde Situation. Denn schenkt man den Berichten der Vergangenheit Glauben, schlummern im Gesundheitsfonds Milliarden als stille Reserve. Inzwischen ist deren Betrag sogar bis weit über die gesetzlich verabredete Reserve angestiegen. Eine Tatsache, die bei allen Betroffenen für Unverständnis sorgt. Denn mit dem Geld ließen sich die Schwierigkeiten der Krankenkassen ohne Weiteres überwinden. Das Gesundheitsministerium will trotzdem die Gelder nicht ans Gesundheitswesen weiterreichen.
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