BKK Hoesch: Rettung durch Kassenfusion

Bei den Betriebskrankenkassen gab es im vergangenen Jahr einige Negativschlagzeilen: Zunächst wurde die City BKK im Juni 2011 geschlossen, im Dezember folgte die BKK für Heilberufe. Die angeschlagene BKK Hoesch entkommt nun eventuell einer Schließung durch das Bundesversicherungsamt. Eine nächste Kassenfusion soll dafür anstehen.

Wie die „Ärztezeitung“ berichtet, wird die strauchelnde BKK Hoesch vermutlich mit der BKK vor Ort fusionieren. Nachdem die Dortmunder Krankenkasse aufgrund einer schwachen Finanzlage bereits im Januar 2011 einen Zusatzbeitrag von 15 Euro pro Monat eingeführt hatte, kämpfte die BKK Hoesch in der Folge mit einer schwindenden Mitgliederzahl. Derzeit hat die Kasse nur noch rund 60.000 Versicherte vorzuweisen. Die BKK vor Ort, mit der nun Fusionsgespräche laufen sollen, weist dagegen aktuell 760.000 Mitglieder auf und gilt als eine der fünf besten Betriebskrankenkassen.

BKK-interne Gespräche laufen

Gegenüber der „Ärztezeitung“ bestätigte eine Sprecherin der BKK vor Ort, dass es Gespräche zwischen den beiden Kassen gegeben habe. Eine Einigung über die mögliche Sanierungsfusion steht derzeit noch aus, am Donnerstag oder Freitag dieser Woche könnten die Beschlüsse der Gremien bekannt werden. Bisher ist noch unklar, zu welchem Zeitpunkt die BKK Hoesch mit der BKK vor Ort fusionieren könnte. Der BKK-Bundesverband erklärte auf Anfrage, die Zeichen für einen BKK-internen Zusammenschluss der beiden Krankenkassen stünden „auf Grün“. Möglicherweise könnte die Rettungsfusion bereits zum Juli oder Oktober dieses Jahres anstehen.

BKK Hoesch zeigt sich kämpferisch

Noch Anfang des Jahres hatte sich die BKK Hoesch kämpferisch gegeben und in einer Pressemitteilung verkündet, dass der Zusatzbeitrag der Kasse bald Geschichte sein würde. Der Jahresabschluss ließe zwar einen positiven Trend erkennen, doch die „wirtschaftliche Entwicklung der Kasse im laufenden Jahr macht für einen gewissen Zeitraum den Zusatzbeitrag noch notwendig“, hieß es im Februar. Das Ergebnis würde nach eigenen Angaben deutlich besser ausfallen, „wenn der Gesundheitsfonds den Versorgungsbedarf der Versicherten der BKK Hoesch nicht unzureichend abdecken würde.“ Ob die BKK Hoesch sich in diesem Jahr mit der BKK vor Ort auf eine Fusion einigt, wird sicherlich in den nächsten Wochen bekannt werden.

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