BKK Heilberufe vor Insolvenz – Was tun als Versicherter?

Nach der City BKK steht nun die zweite gesetzliche Krankenkasse vor dem aus. Nachdem Fusionsgespräche mit der Betriebskrankenkasse BKK vor Ort und der Ortskrankenkasse AOK Rheinland/Hamburg geplatzt sind, wird nun mit einer Schließung der Kasse zum 31.12.2011 gerechnet. Da es nach der Schließung der City BKK zu erheblichen Problemen für die Versicherten gekommen war, befürchten die betroffenen Versicherten nun erneuten Ärger.

Wechseln in eine neue Krankenkasse – aber wie?

Vor allem kranke und ältere Versicherte waren Mitte diesen Jahres abgewimmelt worden, wenn sie sich um eine neue Krankenkasse bemüht hatte.

Dabei sind die gesetzlichen Krankenkassen in diesem Fall zur Aufnahme verpflichtet. Selbstständige, Beamte und Arbeitnehmer über der Versicherungspflichtgrenze können auch über einen Wechsel in die Private Krankenversicherung nachdenken. Nur Menschen über 55 Jahre die vorher privat versichert waren, können durch die GKV abgewiesen werden. Wie aber geht man vor, wenn es doch zu Problemen kommt. Wir haben für Sie eine Checkliste vorbereitet:

Abwarten: Die BKK für Heilberufe wird ihre Mitglieder schriftlich darüber informieren, wenn eine Schließung erfolgt. Die Mitglieder müssen dann auch nicht selbst kündigen.

Informieren: Bereits im Vorfeld kann man sich erkundigen, welche anderen Krankenkassen infrage kommen. Zwar bieten alle gesetzlichen Krankenversicherungen den gleichen gesetzlich vorgeschriebenen Leistungskatalog an, einige Krankenkassen bieten jedoch Zusatzleistungen und/oder Prämienprogramme.

Anfragen: Wenn die Schließung bekanntgegeben wird, fragen Sie bei der Krankenkasse Ihrer Wahl an. Lassen Sie sich dabei nicht abwimmeln, Sie haben ein Recht auf Aufnahme.

Hilfe: Sollte es doch Probleme geben, so hat die BKK für Heilberufe bereits angekündigt einen Informationsservice einzurichten. Hier können Sie sich dann bei Problemen hinwenden. Generell gilt, dass die neue Krankenkasse Sie unabhängig von Alter und Vorerkrankungen aufnehmen muss. Auch Leistungen der BKK für Heilberufe wie Heil- und Hilfsmittel müssen von der neuen Krankenkasse übernommen werden.

Über Schließung wird beraten

Das Bundesversicherungsamt will bis Anfang November über die Schließung entscheiden. Man geht jedoch davon aus, dass die Kasse nicht mehr zu retten sei, da ein potentieller Fusionspartner erhebliche Investitionen aufbringen müsste um die Kasse zu retten und dabei selbst finanzstark zu bleiben. Gesundheitsminister Bahr hat jedoch bereits versichert, dass sich das Chaos wie bei der City BKK nicht wiederholen wird und die Versicherten nicht die Leidtragenden sein sollen.

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