BKK für Heilberufe: Schließung zum Jahresende beschlossen

Was viele bereits befürchtet haben, ist nun Gewissheit: Die BKK für Heilberufe wird zum 31. Dezember 2011 geschlossen. Die verbliebenen 113.000 Versicherten müssen sich nun auf die Suche nach einer neuen Krankenkasse machen, bis Mitte Januar des kommenden Jahres haben sie dafür Zeit. Vertreter der gesetzlichen Krankenversicherungen wollen ein Debakel wie bei der City-BKK vermeiden.

Aus Fehlern bei der City BKK gelernt

Zu Beginn der Suche nach einem geeigneten Fusionspartner waren die Beteiligten noch optimistisch – neben der BKK vor Ort bekundete auch die AOK Rheinland/Hamburg ihr Interesse an einer eventuellen Fusion mit der BKK für Heilberufe.

Doch beide Kassen zogen nach einer ausführlichen Prüfung der Zahlen und Situation ihr Angebot zurück. Dabei wurde auch die fehlende Unterstützung der BKK für Heilberufe kritisiert. Ein Grund, weshalb die AOK Rheinland/Hamburg ihr Angebot zurückgezogen hat.  Aber auch die veranschlagten Rettungskosten von 28 Millionen Euro haben sich im Laufe der Zeit auf mehr als das Dreifache – 90 Millionen Euro – erhöht.

Die BKK für Heilberufe hatte in den vergangenen Jahren einen sehr großen Mitgliederschwund zu verzeichne. Von ehemals rund 400.000 Versicherten sind im Herbst 2011 nur noch 113.000 geblieben. Was der Kasse aber den letzten Stoß versetzt hat, war der Umstand, dass von den 113.000 Versicherten nur rund 80.000 vollzahlende Versicherte waren.

Bei Ablehnung drohen Kassen Strafen

Besonders das noch im Hinterkopf befindliche Chaos bei der Schließung der City-BKK im Sommer hat dazu geführt, dass das Bundesgesundheitsministerium mit strengen Strafen droht, sollten die Versicherten wieder von den Krankenkassen mit Ausreden abgewiesen werden. Damals wurden trotz gesetzlicher Regelungen viele Versicherte abgewiesen oder mit unlogischen und fragwürdigen Ausreden vertröstet.

Ähnliche Zustände wie bei der Schließung der City-BKK scheinen aber unwahrscheinlich, denn es haben bereits die AOKen angekündigt, dass die Versicherten der BKK für Heilberufe „herzlich willkommen“ sind. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen haben sogar Jobs in Aussicht gestellt, sodass einige der 240 verbliebenen Mitarbeiter vermutlich problemlos wechseln können.

Hier finden Versicherte der BKK für Heilberufe Tipps zum weiteren Vorgehen.

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