BKK für Heilberufe: Droht die nächste Kassenpleite

Mit der City BKK hat das System der GKV 2011 zum ersten Mal die Schließung einer Krankenkasse von Amts wegen erlebt. Nun scheinen sich die Anzeichen zu verdichten, dass es dieses Jahr noch zu einer zweiten Kassenpleite kommt. Der Grund: Für die angeschlagene BKK für Heilberufe scheint sich kein solventer Fusionspartner zu finden. Mit der BKK vor Ort hat ein potenzieller Partner den Rückzug erklärt.

Fusion nur mit hohen Kosten

Ursprünglich hatte es den Anschein, dass die BKK vor Ort der Schwesterkasse zur Seite steht und diese durch einen Zusammenschluss gerettet werden kann.

Allerdings hat die gesetzliche Krankenkasse jetzt die Fusion abgelehnt. Damit könnte die BKK für Heilberufe vielleicht schon bald geschlossen werden. Was hat die BKK vor Ort zum Rückzug bewogen? Nach Aussage von Reinhard Brücker, seines Zeichens Vorstandschef der BKK vor Ort, basierten die ursprünglichen Diskussionen auf einer anderen Faktenlage.

Die tatsächliche Deckungslücke der BKK für Heilberufe sei allerdings wesentlich größer als noch vor einigen Tagen angenommen. Man hatte mit einer Summe von 53 Millionen Euro gerechnet, welche der Zusammenschluss verursachen würde. Neue Zahlen zur finanziellen Situation der BKK für Heilberufe deuten allerdings darauf hin, dass eine Fusion wesentlich mehr Geld kosten würde.

Schließung am Ende unausweichlich

Für den Vorstandschef der BKK vor Ort ist eine Schließung der angeschlagenen Schwesterkasse damit unausweichlich. Ob dieser Schritt allerdings tatsächlich das beste Mittel ist, darüber wird hinter den Kulissen derzeit gestritten. Noch in dieser Woche sollen mehrere Krisensitzungen stattfinden, an denen unter anderem das BVA (Bundesversicherungsamt) und der Spitzenverband der GKV beteiligt sind.

Was die BKK für Heilberufe aktuell unter Druck setzt, ist die Lücke zwischen den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds und den tatsächlichen Ausgaben. Gerade schwerkranke Patienten zehren am Kapitalstock der Kasse. Aus Sicht der BKK vor Ort wäre es besser, diesen Kostenfaktor im System der GKV zu verteilen und damit auch die Kosten – anstatt diese einer einzigen Kasse nach der Fusion aufzubürden. Sollte es tatsächlich zur Schließung kommen, könnte es bereits im November soweit sein.

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