Bewegungsmangel ist schuld an Millionen von Todesfällen

Diabetes, Darmkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Brustkrebs – all diese Krankheiten können durch Bewegungsmangel entstehen und zum Tod führen. Laut einer nun veröffentlichen Studie des Medizinjournals The Lancet sind von weltweit 57 Millionen Todesfällen 5,3 Millionen auf mangelnde Bewegung zurückzuführen.

Bewegungsmangel beinah genauso gefährlich wie Rauchen

Forscher der Harvard University in Boston trugen in einer Studie alle Daten zusammen, die Aufschluss darüber gaben, inwiefern sich körperliche Inaktivität auf die Lebenserwartung auswirkt. Demnach könnte sich die durchschnittliche Lebenserwartung der Weltbevölkerung um 0,68 Jahre erhöhen, wenn sich entsprechend körperlich bewegt werde. Ohne physische Belastung arbeiten wichtige Organe wie das Herz nicht richtig. Daher sind sechs Prozent der koronaren Herzerkrankungen auf mangelnde Bewegung zurückzuführen sowie sieben Prozent der Typ-2-Diabetes-Krankheitsfälle. Ganze zehn Prozent der Dickdarm- und Brustkrebsfälle ließen sich durch mehr Bewegung vermeiden. Betrachtet man alle Todesfälle, die auf Bewegungsmangel zurückzuführen sind, ist unzureichende körperliche Aktivität fast genauso tödlich wie starkes Übergewicht oder Rauchen.

Fast jeder dritte Mensch bewegt sich zu wenig

150 Minuten in der Woche sollten Menschen auf Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) laufen. Jedoch verfehlen weltweit drei von zehn Personen dieses Ziel. Alarmierend ist das Ergebnis für die 13- bis 15-Jährigen. In dieser Altersgruppe bewegt sich nur einer von fünf Jugendlichen ausreichend. Für die Forscher der Studie bedeutet ausreichende Bewegung, dass sich Personen mindestens fünf Mal in der Woche gemäßigt körperlich anstrengen und drei Mal die Woche kräftig körperlich aktiv sind.

Problem: Sport im Alltag schwer umzusetzen

Um dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken, schlägt die Studie vor, dass für mehr Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer gesorgt werden soll. Zudem könnten mehr Trainingsplätze kostenfrei angeboten werden. Auch eine erhöhte Förderung des Schulsports kann besonders in der Altersgruppe der bewegungsfaulen Jugendlichen zu mehr körperlicher Aktivität führen. Denn ein großes Problem, um für mehr Bewegung der Weltbevölkerung zu sorgen, ist nicht das mangelnde Wissen über die positiven Aspekte sportlicher Betätigung. Vielmehr ist laut Mediziner die Umsetzung im Alltag eine Hürde.

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