Beschwerden gegen private Krankenversicherer 2015 weiter rückläufig

Die Zahl der Beschwerden, die beim sogenannten PKV-Ombudsmann eingehen, nimmt weiter ab. 2015 verbuchte der außergerichtliche Streitschlichter zwei Prozent weniger Beschwerden gegen private Krankenversicherer. Innerhalb der letzten fünf Jahre sank die Anzahl sogar um elf Prozent.

Etwa 8,8 Millionen Versicherte verbucht die private Krankenversicherung (PKV). Von ihnen beschwerten sich im letzten Jahr 5.769 Privatversicherte beim PKV-Ombudsmann Heinz Lanfermann. Dies entspricht einer Beschwerdequote von rund 0,06 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der eingegangenen Beschwerden beim neutralen Streitschlichter für die private Krankenversicherung damit um zwei Prozent gesunken, berichtet apotheke adhoc. 2014 waren es noch 5.875 Fälle, die beim PKV-Ombudsmann eingingen. Somit setzt sich der Trend der Vorjahre fort.

PKV-Ombudsmann: Rückgang der Beschwerden seit 2011 um elf Prozent

2011 gingen noch 6.511 Schlichtungsanfragen beim Ombudsmann ein. Seitdem nimmt die Anzahl stetig ab. Am häufigsten beschweren sich Privatversicherte dabei über Unternehmen, die Zweifel an der medizinischen Notwendigkeit einer Leistung haben. Ist dies der Fall, bleiben Patienten oftmals auf den Kosten sitzen. Daneben führt auch die Gebührenordnung der Ärzte zum Streit mit dem PKV-Versicherer. Einen wesentlichen Bestandteil machen zudem Beschwerden zur Vertragsauslegung aus. In Anbetracht der häufig geübten Kritik an der PKV, den Tarifwechsel zu behindern, betrafen die Anfragen 2014 mit 3,2 Prozent der Fälle überraschend selten dieses Thema. Das bedeutete sogar einen Rückgang um zwei Prozent.

Außergerichtliche Alternative für Beschwerden gegen PKV

In wie vielen Fällen das Eingreifen des Ombudsmannes 2015 zugunsten des Versicherten ausfiel, ist noch nicht bekannt. 2014 war es rund ein Viertel der Beschwerden, das positiv für den Privatversicherten endete. Der vom Streitschlichter vorgeschlagene Lösungsansatz ist dabei für die Versicherer nicht verbindlich. Jedoch folgen die Unternehmen nur in seltenen Fällen der jeweiligen Empfehlung nicht.

Das kostenlose Verfahren stellt eine außergerichtliche Alternative zum Rechtsstreit vor Gericht dar. Um diese Option nutzen zu können, müssen sich Betroffene jedoch an die einjährige Frist halten. Diese beginnt mit Erhalt der vom Versicherer getätigten Entscheidung.

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