Krankenkassen Zusatzbeitrag und Kopfpauschale stehen am 17. März zur Debatte
Die
gesetzlichen Krankenkassen befinden sich aktuell in einer sehr schwierigen finanziellen Lage. Für das Jahr 2011 haben Experten einen
Defizitbetrag von rund elf Milliarden Euro berechnet, der allein durch die Anhebung des aktuellen Beitragssatzes von derzeit 14,9% nicht finanziert werden kann. Vorschläge für die Erhaltung der Finanzierbarkeit der
Krankenkassen gibt es zahlreich. Sie reichen von der Anhebung der Krankenkassenbeiträge über die Einführung einer
Gesundheitsprämie bis hin zu
Rabattverhandlungen mit der Pharmaindustrie.
Ruf nach Kopfpauschale bzw. Gesundheitsprämie wird lauter
Um die verschiedenen Möglichkeiten der Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen zu prüfen, hat die Bundesregierung eine Expertenkommission einberufen. Diese wird ab dem 17. März zusammenkommen und die verschiedenen Vorschläge diskutieren und prüfen.
Favorisiert wird aktuell das Modell der
Kopfpauschale, welches auch Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler vehement fordert. Dieser Beitrag, der bei 29 Euro pro Person liegen kann, soll von allen Versicherten gleichermaßen aufgebracht werden und für die Finanzierung der Defizite dienen. Allerdings müsste hierfür ein Sozialausgleich erfolgen, der Geringverdiener entlastet. Dieser könnte beispielsweise von besser Verdienenden durch eine Anhebung der
Beitragsbemessungsgrenze oder aber durch eine Anhebung der aktuellen Einkommenssteuersätze finanziert werden. Details hierzu müssen jedoch noch geklärt werden.
Um die Arbeitnehmer zu entlasten, will Rösler zudem auf den 2005 eingeführten
Zusatzbeitrag für Arbeitnehmer in Höhe von 0,9% der Krankenkassenbeiträge verzichten. Dies würde dazu führen, dass die Krankenkassenbeiträge wieder hälftig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert werden könnten. Auch dieses Thema muss die Gesundheitskommission in den kommenden Tagen und Wochen beraten und Lösungen vorschlagen.
17. März 2010
Kategorie/n: GKV