Beitragsgarantien und Prämienerhöhungen – Was Privatversicherte jetzt beschäftigt

Bereits jetzt wissen zahlreiche private Krankenversicherte, dass sich ihre Versicherungsprämien ab Januar 2013 erheblich erhöhen werden. In einzelnen Tarifen kann die Beitragssteigerung sogar bei über 40 Prozent liegen. Für die Betroffenen ist das ärgerlich. Allerdings steigen nicht für alle privat Versicherten die Beiträge. Einige Gesellschaften sprechen sogar Beitragsgarantien aus.

Beitragsgarantien der ARAG, Barmenia und Co.

Die ARAG hat beispielsweise bereits in der ersten Jahreshälfte eine Beitragsgarantie bis zum 1.1.2014 für zahlreiche Tarife ausgesprochen. Dies betrifft sowohl normale Krankenvollversicherungen als auch Beihilfe- und Tagegeldtarife. Andere Versicherungsgesellschaften konnten ebenfalls für einen Großteil der Tarife die Beiträge auch für das Jahr 2013 garantieren. So zum Beispiel der Deutsche Ring, die Universa und Barmenia. Bei den Tarifen, für die bisher keine Garantien ausgesprochen wurden, wird geprüft, ob Beitragsanpassungen notwendig werden.

Kündigung nicht immer sinnvoll

Insbesondere für Versicherte, die nun massive Beitragserhöhungen erhalten, stellt sich natürlich die Frage, ob sich ein Wechsel zu einem anderen Anbieter lohnt. Diese Frage lässt sich jedoch pauschal nicht beantworten, Experten raten sogar von einem überstürzten Wechsel ab. Denn gerade wer bereits längere Zeit bei einer Gesellschaft versichert ist, verliert sonst bei einem Wechsel einen Großteil der bisher angesparten Altersrückstellungen. Die Preisersparnis durch einen günstigeren Tarif kann so schnell aufgefressen werden. Deshalb steht vor jedem Wechsel eine genaue Berechnung der kurz- aber auch langfristigen finanziellen Auswirkungen. Diese kann ggf. mit einem Versicherungsexperten erfolgen. Er kann auch helfen, nach einer Beitragserhöhung schnell zu reagieren. Denn auch wenn man bei einer Prämienanpassung ein Sonderkündigungsrecht hat, so muss man doch in der Regel innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Informationsschreibens handeln. Da eine Kündigung jedoch nur dann möglich ist, wenn man bereits eine neue Versicherung nachweisen kann, geschieht es häufig, dass wechselwillige Versicherte diese Frist nicht einhalten können.

Tarifwechsel statt Kündigung

Die zweite Möglichkeit ist ein Wechsel des Tarifs. Man verbleibt so bei der bisherigen Krankenversicherungsgesellschaft und verliert so nicht die Altersrückstellungen. Die Krankenversicherung darf dabei den Wechsel in einen günstigeren Tarif nicht verweigern, wenn dieser die gleichen Leistungen bietet wie der alte Tarif. Wer hier Probleme hat, Informationen über mögliche Tarifoptionen von der Gesellschaft zu erhalten, sollte diese schriftlich anfordern und dabei eine Antwortfrist setzen.

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