Beitragserhöhung bei Krankenkassen: Millionen Versicherte betroffen

Rund 100 Krankenkassen haben in den vergangenen Tagen über die Höhe ihres Zusatzbeitrags für 2016 informiert. 40 von ihnen kommen im nächsten Jahr ohne Anpassung zum Jahreswechsel aus. Die restlichen Kassen erhöhen ihren Zusatzbeitrag. Dabei wird es für Kassenpatienten teils deutlich teurer.

So erfreulich die neuen Gesetzesvorhaben beispielsweise im Bereich der Krankenhausfinanzierung und Palliativversorgung sind – die Neuerungen gibt es nicht zum Nulltarif. Viele Krankenkassen werden 2016 mit steigenden Ausgaben konfrontiert. Um diese zu decken, haben sie seit 2015 die Möglichkeit, einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag zu erheben. Nur zwei Kassen verzichteten in diesem Jahr darauf: die BKK Euregio und die Metzinger BKK. Letztgenannte wird 2016 nach derzeitigem Stand die einzige Krankenkasse sein, deren Zusatzbeitrag 0 Prozent beträgt. Bei den restlichen Kassen liegt dieser bei bis zu 1,5 Prozent.

Bisher sind es drei Krankenkassen, die 2016 einen Zusatzbeitrag von 1,4 Prozent oder höher erheben. Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung beläuft sich bei ihnen demzufolge auf 16 bzw. 16,1 Prozent. Betroffen sind die rund 12,5 Millionen Versicherten der IKK classic und AOK Rheinland/Hamburg sowie der DAK Gesundheit. Bei der letztgenannten Kasse erhöht sich der Beitrag am stärksten.

Zusatzbeitrag steigt: Welche Krankenkasse kostet 2016 am wenigsten?

Einen überdurchschnittlichen Zusatzbeitrag von über 1,1 Prozent verlangen 2016 bisher 19 Kassen, darunter die bundesweit geöffneten Krankenkassen KKH, BKK Gildemeister Seidensticker, Novitas BKK und SBK. Am günstigsten auf bundesweiter Ebene ist die hkk. Die Krankenkasse aus Bremen erhöht zwar ihren Zusatzbeitrag auf 0,59 Prozent (Beitragssatz insgesamt von 15,19 Prozent). Damit liegt sie jedoch vor den Wettbewerbern BKK firmus und IKK gesund plus, die zusätzlich 0,6 Prozent verlangen (15,2 Prozent).

Je nach Bundesland geht es jedoch noch günstiger. Die Metzinger BKK ohne Zusatzbeitrag ist beispielsweise nur in Baden-Württemberg geöffnet. Hier können Kassenpatienten, die bisher bei der DAK Gesundheit Mitglied sind, mit einem Wechsel viel Geld im Monat einsparen. Unter einem Beitragssatz von 15 Prozent bleiben auch die AOK Sachsen-Anhalt und die AOK Plus (für Sachsen und Thüringen) sowie die BKK MEM (in Thüringen geöffnet).

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