Beiträge für private Krankenversicherung 2014 kaum gestiegen

Für Personen, die sich vor dem Jahreswechsel noch unsicher waren, ob sie zu einer privaten Krankenversicherung wechseln wollen, ist die folgende Meldung erfreulich: Für Neukunden sind die PKV-Beiträge 2014 kaum gestiegen. Dieses Jahr haben sich die Angebote im Schnitt nur um 0,1 Prozent verteuert. Normal sind jedoch Erhöhungen um bis zu fünf Prozent.

PKV-Beiträge im Schnitt um 0,1 Prozent gestiegen

Auf Basis von rund 500 Tarifen hat das Analysehaus Morgen & Morgen die Beitragsanpassungen 2014 in der privaten Krankenversicherung für das Neugeschäft untersucht. Demnach wurden 88 Prozent der PKV-Volltarife von den Anbietern treffsicher kalkuliert. Eine Beitragserhöhung ist im neuen Jahr daher nicht notwendig gewesen. Bei den restlichen 12 Prozent kam es sowohl zu Beitragssteigerungen als auch zu -senkungen. Im Durchschnitt zahlen Verbraucher, die sich jetzt für eine private Krankenversicherung entscheiden, nur 0,1 Prozent mehr als noch letztes Jahr.

Umstellung auf Unisex-Tarife sorgt für stabile Beiträge

Als Ursache für die überraschend geringen Anpassungen nennen die Experten von Morgen & Morgen die Einführung der Unisex-Tarife Ende 2012. Seitdem darf sich das Geschlecht nicht mehr auf die Höhe des Beitrages auswirken. Für männliche Neukunden bedeutete das laut Franke und Bornberg eine teils deutliche Verteuerung der privaten Krankenversicherung um bis zu 28 Prozent.

Private Krankenversicherung zwischen 2000 und 2010 um 5 Prozent verteuert

Doch auch für Bestandskunden blieben deutliche Beitragserhöhungen zum 1. Januar 2014 aus. Einer Umfrage zufolge zahlt sogar jeder zehnte Privatpatient nun weniger als noch im Vorjahr. So hat etwa der Marktführer Debeka für rund 600.000 Versicherte sinkende Prämien angekündigt, bei der Allianz profitieren sogar 690.000 Kunden. Gleichzeitig warnen Verbraucherschützer allerdings vor versteckten Preiserhöhungen in Form von höheren Selbstbehalten.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) weist im Übrigen darauf hin, dass die Beiträge zur privaten Krankenversicherung im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung nicht übermäßig stark gestiegen sind. Zwischen 2000 und 2010 wurde die PKV durchschnittlich um fünf Prozent teurer, die gesetzlichen Kassen um 3,1 Prozent.

 

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