Beihilfe für Beamte kommt Regierung teuer zu stehen

Wie jeder Mensch werden auch Beamte im Ruhestand immer älter. So steigen nicht nur die Belastungen für Pensionen, die ihnen der Staat zahlt, sondern auch die Ausgaben für Arzt- und Behandlungskosten in Form der Beihilfe. Doch Abschaffen kann die Regierung die Beihilfe nicht. Denn das würde das Ende der privaten Krankenversicherung bedeuten.

Kosten für Beihilfe an Pensionäre auf 1,4 Milliarden Euro verdoppelt

In der Regel werden die Behandlungs- und Arztkosten bei Beamten bis zu einem gewissen Prozentsatz über die Beihilfe vom Dienstherrn gezahlt. Nur noch für die verbleibenden Kosten brauchen Beamte eine Krankenversicherung abschließen. Oftmals wählen sie dann eine private Krankenversicherung (PKV), da diese im Vergleich zu einer gesetzlichen Krankenkasse sogar meist günstiger ist. Spezielle Beihilfe-Tarife der Anbieter machen es möglich. Die Beihilfe wird nicht nur Beamten im Dienst, sondern auch Pensionären gezahlt. Wie groß diese finanzielle Belastung für die Haushaltskasse auf Dauer ist, zeigt nun eine aktuelle Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen. Innerhalb der letzten 20 Jahre haben sich die Beihilfezahlungen an die Pensionäre demnach mehr als verdoppelt. Zuletzt hat der Staat 1,4 Milliarden Euro ausgegeben.

Ende der Beihilfe bedeutet wahrscheinliches Ende der PKV

Bis zum Jahr 2050 könnten sich die Ausgaben sogar vervierfachen, meint der Rentenexperte Bernd Raffelhüschen. Diese Entwicklung ist wenig überraschend. Schließlich macht der demografische Wandel auch nicht vor Beamten Halt. Diese Berufsgruppe wird so zu einer immer größer werdenden finanziellen Belastung für den deutschen Haushalt. Doch an dem System der Beihilfe wird die Regierung trotz der steigenden Kosten nichts ändern werden. Denn ohne die Beamten stände die private Krankenversicherung wohl vor dem Aus. Schließlich sind mehr als die Hälfte der rund neun Millionen Privatversicherten Beamte.

Umdenken bei Koalition gefordert

Die Grünen fordern angesichts dieser Zahlen ein Umdenken bei der schwarz-roten Koalition. Schließlich sei es „unverantwortlich gegenüber den Beamten und gegenüber künftiger Generationen“, wenn es so bleibe, wie es ist, sagt Maria Klein-Schmeink von Bündnis90/Die Grünen der „Berliner Zeitung“. Finanzexperten sehen die Beihilfe sogar als tickende Zeitbombe, berichtet die Frankfurter Rundschau. Jedoch ist nicht zu erwarten, dass die Beihilfe noch eines der zentralen Themen der Regierung werden wird.
 

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