Basistarif: In der PKV droht Patienten Versorgungslücke

Diese Nachricht ist für Privatpatienten ein Schock. Obwohl privat versichert und damit vermeintlich gut geschützt, könnte ihnen eine Versorgungslücke drohen. Betroffen sind Mitglieder der PKV, die sich für den Basistarif entschieden haben. Hintergrund der Lücke sind offenbar fehlende Verträge zwischen den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und den Ärzten. Aufgedeckt wurde die Behandlungslücke durch die Linkspartei.

PKV-Mitglied ohne Behandlungsanspruch

Eigentlich wurde der Basistarif geschaffen, um allen Privatpatienten, die sich ihren Volltarif nicht mehr leisten können, eine bezahlbare Alternative zu bieten.

Denn seit einigen Jahren gilt auch in der PKV eine Versicherungspflicht. Und genau hier beginnt das Dilemma. Denn wer sich für den Wechsel in den Basistarif der privaten Krankenversicherung entscheidet, muss damit leben, von Ärzten nicht behandelt zu werden. Es gibt offenbar keinerlei gesetzliche Verpflichtung für Ärzte, PKV-Mitglieder aus dem Basistarif zu behandeln.

Eine gravierende Lücke, wenn man bedenkt, dass der Basistarif in der PKV eine ärztliche Mindestversorgung sichern soll und politisch verordnet ist. Und solange seitens Kassenzahnärztlichen Vereinigungen keine entsprechende Regelungen erlassen sind, müssen die 21.000 Privatversicherten im Basistarif damit rechnen, von ihren Ärzten abgewiesen zu werden. Denn der Tarif ist so ausgelegt, dass das Leistungsniveau auf dem der gesetzlichen Krankenversicherung liegt. Entsprechend wenig verdienen Ärzte an Privatpatienten im Basistarif.

Bundesregierung berichtet von Einzelfällen

Wie aus einer Kleinen Anfrage der Linkspartei hervorgeht, durch welche die Behandlungslücke erst ans Licht gekommen ist, geht die Bundesregierung bislang nur von Einzelfällen aus. An eine flächendeckende Ablehnung der Patienten aus dem Basistarif der privaten Krankenversicherung glaubt man aber nicht. Gesundheitsexperten kritisieren aber nicht nur die fehlenden gesetzlichen Regelungen zum Basistarif. Auch die privaten Versicherer bekommen ihr Fett ab.

Kritik an privater Krankenversicherung

Elke Ferner von der SPD kritisierte die PKV. In den Augen der Politikerin mache man den Basistarif unattraktiv und verdiene an Steuergeldern. Die Leidtragenden sind aber in jedem Fall beitragszahlende Privatpatienten. Obwohl sie ihren Teil zum Gesundheitssystem beitragen, müssen sie im Notfall beim Arzt mit Ablehnung rechnen.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr