Barmer GEK: Deutschlands größte Kasse ohne Zusatzbeitrag

2012 wird die Barmer GEK – eine der größten deutschen Krankenkassen – keinen Zusatzbeitrag von den Versicherten erheben. Damit können die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung vorerst aufatmen. Besonders unter dem Eindruck der Ereignisse rund um die City BKK fürchteten viele Mitglieder der GKV; dass es zu weiteren Problemen kommen werde.

Positive Bilanz der Barmer GEK

Holger Langkutsch, Verwaltungsratsvorsitzende der Barmer GEK, teilte in Berlin mit, dass seine Krankenkasse „im Jahr 2012 keinen Handlungsbedarf“ dafür sehe, von den Versicherten einen Zusatzbeitrag einzufordern.

Die Entwicklung in den beiden Bereichen Finanzen und Mitglieder verlaufe nach Aussage Langkutschs positiv. Damit scheint die Barmer GEK einem ähnlichen Trend zu folgen wie andere Krankenkassen, die für das kommende Jahr den Zusatzbeitrag bereits ausschließen konnten.

Unter anderem profitiert die gesetzliche Krankenversicherung von der guten Konjunktur, welche zu einem höheren Beitragsaufkommen führt. Gleichzeitig können die Krankenkassen auch durch Einsparungen eine positive Finanzentwicklung verzeichnen und prognostizieren bereits zu Beginn des 2. Halbjahres 2011 einen Überschuss. Allerdings ist die Entwicklung nicht überall vergleichbar. Einige Kassen kämpfen nach wie vor mit finanzieller Schlagseite.

Deutliche Unterschiede in der GKV

Bereits die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass sich im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung unterschiedliche Entwicklungsrichtungen abzeichnen. Während einige Kassen bereits jetzt eine positive Bilanz ziehen, belasten andere Krankenversicherungen die Ausgaben. Gerade Kassen mit Patienten, die überdurchschnittliche Kosten verursachen, stehen vor einem Problem. Hier kann es durchaus sein, dass trotz eines positiven Allgemeintrends die individuelle Entwicklung eine defizitäre Richtung einschlägt.

Experten warten daher gespannt auf die Entwicklung in den kommenden Monaten bzw. Jahren. Aufgrund der zunehmenden Probleme, welche durch eine Überalterung der Gesellschaft und den medizinischen Fortschritt entstehen, rechnen Branchenkenner damit, dass die Belastungen durch den Zusatzbeitrag für die Versicherten steigen werden. Tatsachen, die sich nicht so einfach unter den Teppich kehren lassen – wie allein schon die geplante Reform der GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte) deutlich macht.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr