Barmer GEK Zahnreport: Deutsche Männer sind zahnarztscheu

Deutsche Männer gehen nur ungern zum Zahnarzt. Dies geht aus dem Zahnreport der Barmer GEK. Die gesetzliche Krankenkasse hat das Verhalten der Versicherten in puncto Zahngesundheit genauer unter die Lupe genommen. Und kommt nicht nur auf geschlechterspezifische Unterschiede. Auch regional gibt es in Deutschland große Unterschiede – insbesondere beim Gang zum Zahnarzt.

Alte Bundesländer unter den Schlusslichtern

Die Ergebnisse des Zahnreports lassen eine klare Trennung zwischen alten und neuen Bundesländern erkennen.

In den neuen Bundesländern gehen mehr Versicherte regelmäßiger zum Zahnarzt. So erscheinen in Sachsen-Anhalt Patienten 2,4 Mal im Jahr bei ihrem Zahnarzt, Rheinland-Pfalz – Schlusslicht im Zahnreport – kann dagegen nur eine Frequenz von 1,8 Besuchen vorweisen.

Was lässt sich noch aus der Erhebung der Barmer GEK ablesen? Insbesondere männliche Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung zwischen 20 und 25 sind ausgesprochene Zahnarztmuffel. Nur rund die Hälfte stattet dem Dentisten einmal im Jahr einen Besuch ab. Im gesamtdeutschen Durchschnitt liegt die Zahl bei ca. 2/3.

Zahnarztmuffel aus Angst oder finanziellen Sorgen

Wo die Gründe dafür liegen, dass rund ein Drittel der Deutschen den Gang zum Zahnarzt scheut, bleibt allerdings im Dunkeln. Rolf Schlenker, Vize der größten deutschen gesetzlichen Krankenkasse Barmer GEK, bringt zwei Möglichkeiten ins Spiel. Einmal die „individuelle Zahnarztangst“ oder den finanziellen Aspekt. Bereits jetzt stemmen die Versicherten einen erheblichen Teil der Kosten für Zahnersatz usw. selbst.

Eine Entwicklung, die sich ab dem kommenden Jahr verschärfen wird. Denn mit der Gesetzesnovelle zur GOZ werden auch die Honorare der Zahnärzte steigen. Privatleistungen im Bereich der Zahnmedizin werden für die Mitglieder der GKV dann noch ein Stück teurer.

 

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