Auslandsbehandlungen – Alternative zum deutschen Arzt?

Deutsche Patienten lassen sich zunehmend im Ausland behandeln – oft sogar aus freien Stücken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des wissenschaftlichen Instituts für Effizienz im Gesundheitswesen hervor. Das WINEG befragte insgesamt 16.000 Mitglieder der Techniker Krankenkasse. Davon wurden bereits mehr als 3 Viertel – nämlich 13.000 – im Ausland behandelt. Ein erheblicher Teil der Behandlungen geht nicht etwa auf einen ungeplanten Besuch beim Arzt im Urlaub zurück, sondern freiwillige Kuren usw.

Gut Noten für das Ausland

Die deutsche Medizin bewegt sich auf einem hohen Standard.

Im Ausland haben gerade Touristen schnell die Angst, im Ernstfall nicht adäquat behandelt zu werden. Die Studie des wissenschaftlichen Instituts für Effizienz im Gesundheitswesen zeichnet ein anderes Bild. Viele der Befragten zeigten sich sehr zufrieden mit den Leistungen, die sie bei der Behandlung im Ausland erhielten.

Neben dem positiven Eindruck, den zum Beispiel die Verständigung machte – neun von zehn Patienten gaben an, sich auf Deutsch verständigt zu haben – erhielten die Auslandsbehandlungen oft auch eine gute Note in den Bereichen Sauberkeit, Wartezeit sowie im Rahmen der Qualifikation von Ärzten und Pflegepersonal. Der hohe Zufriedenheitsfaktor spricht für die Qualität der Auslandsbehandlung.

Preis als wichtiges Kriterium

Warum lassen sich aber deutsche Patienten im Ausland behandeln? Ein wesentlicher Punkt für diesen Schritt ist im Ergebnis der WINEG-Studie zur Auslandsbehandlung der Preis. Viele der 16.000 befragten Mitglieder der Techniker Krankenkasse gaben an, aufgrund der niedrigeren Kosten sich für diese Behandlung entschieden zu haben. Ebenfalls in einem hohen Prozentsatz der Fälle entschieden sich die Versicherten durch die Kombination aus Urlaub und Behandlung für den Schritt jenseits der Grenze.

In Zukunft dürfte die Zahl der Auslandsbehandlungen auch weiter steigen. Denn von den Mitgliedern der TK, die noch keine Behandlung im Ausland hatten, wären grundsätzlich 30 Prozent zum Versuch bereit. Und aufgrund niedrigerer Kosten würde sich die Auslandsbehandlung unterm Strich auch für die gesetzliche Krankenversicherung rechnen.

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