Asthma: Helicobacter pylori schützt vor Atemwegserkrankung

Helicobacter pylori hat als Keim in der Medizin einen ausgesprochen schlechten Ruf. Allerdings weist eine Studie jetzt darauf hin, dass der Erreger durchaus seinem Wirt nicht nur Schaden zufügt, sondern beim Unterdrücken von allergischem Asthma hilft. Damit könnte der Keim Helicobacter pylori eventuell sogar in die Erforschung allergischer Reaktionen einfließen.

Magenkeim als Asthmaschutz

Betroffene, die mit dem Erreger Helicobacter pylori infiziert sind, bemerken dessen Anwesenheit in der Regel erst sehr spät, wenn Beschwerden durch Sodbrennen und Bauchschmerzen zunehmen.

Denn der Keim regt die Produktion von Magensäure an. Die Folgen einer Infektion mit dem Helicobacter pylori sind Entzündungen der Magenschleimhäute bis hin zum Magen-, Zwölffingerdarmgeschwür und Geschwüren im Bereich der unteren Speiseröhre.

Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und der Uni Mainz haben jetzt in einem Tierversuch die Wirkung des Keims auf die Atemwege/das Immunsystem untersucht und sind in ihrer Studie zu einem beeindruckenden Ergebnis gekommen. Erhielten die Versuchstiere früh den Keim über die Nahrung verabreicht, reagierten sie teilweise selbst auf starke Allergene kaum. Eine Tatsache, welche das Potenzial des Helicobacter pylori deutlich macht.

Je früher, desto besser

Allerdings entwickelte sich die deutliche Resistenz gegenüber dem Magenkeim nur dann, wenn die Versuchstiere bereits in den ersten Lebenstagen mit dem Helicobacter pylori infiziert worden. Bei adulten Versuchstieren stellt sich nur eine leichte Dämpfung der allergenen Effekte ein. Trotzdem gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Keim Helicobacter pylori allergisches Asthma Bronchiale sehr gut unterdrücken kann.

Als Ursache vermuten die Wissenschaftler ein komplexes Zusammenspiel mehrerer Faktoren. So soll Helicobacter pylori die Entstehung allergieauslösender Zellen (dendritische Zellen) in der Lunge hemmen, die Produktion von Asthma bremsenden Zellen aber fördern (regulatorische T-Zellen). Die Studienergebnisse der Wissenschaftler haben zwar keinen direkten therapeutischen Einfluss. Allerdings können sie in die Grundlagenforschung eingehen und so die Entwicklung von Therapiemaßnahmen beeinflussen.

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