Assekurata: Finanzielle Transparenz nur 1. Schritt in der GKV

Die Ratingagentur Assekurata gilt als eine der starken Stimmen in Deutschland, wenn es um die Bewertung von privaten Krankenversicherern und der GKV. Jetzt hat die Agentur ein Statement zur geplanten Offenlegung der Finanzen in der GKV abgegeben. Grundsätzlich ist dieser Vorstoß aus dem Gesundheitsministerium lobenswert, geht der Assekurata aber nicht weit genug.

Mehr Transparenz gefordert

Seitens der Ratingagentur Assekurata werden Instrumente gefordert, die dem Versicherten einen noch transparenteren Einblick in die finanzielle Situation der Krankenkasse ermöglichen.

Zwar sei in diesem Zusammenhang eine öffentliche Darlegung der Finanzen, wie vom Bundesministerium für Gesundheit vorgesehen. Lobenswert. Der einfache Bürger kann mit den Zahlen aber nach Ansicht der Agentur nur wenig anfangen. Lediglich Experten können mit den Kennzahlen etwas anfangen und Schlüsse ziehen.

Aus diesem Grund kann nach Ansicht der Ratingagentur die Offenlegung der Finanzen nur ein erster Schritt sein. Es ist nötig, Instrumente zu schaffen, die auch den Laien in die Lage versetzen, schnell und unabhängig zu entscheiden, wie die finanzielle Lage der Krankenkasse aussieht.

Versicherte haben Recht auf Einblick

Ginge es nach der Ratingagentur Assekurata, haben die Versicherten ein Recht auf die Information, „wie es finanziell um ihre Kasse steht“. Zu diesem Schluss kommt zumindest Guido Leber. Der Bereichsleiter Krankenversicherung bemängelte, dass es derzeit am Markt diesbezüglich ein hoher Intransparenzfaktor vorherrscht. Von den Dutzenden Kassen, die um Versicherte buhlen, legt momentan nur ein Bruchteil die Zahlen offen.

Der Vorstoß aus dem BMG zur Offenlegung der Finanzen hatte übrigens einen guten Grund. Mit dem Aus der City BKK zum 01. Juli 2011 stand das System der gesetzlichen Krankenversicherung vor einer großen Herausforderung. Zu Fall brachten die Krankenkasse unter anderem hohe Belastungen durch die Leistungen für Versicherte, ein ungünstiges Verhältnis von Beitragszahlern und Mitgliedern die Leistungen in Empfang nahmen und nicht zuletzt die Migrationswelle durch den erhobenen Zusatzbeitrag.

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