Ärztemangel: Bund und Länder schnüren Maßnahmenkatalog

Ärztemangel
Der Ärztemangel ist weiter Thema in der Politik. Am Mittwoch trafen sich Bund und Ländervertreter zu einem Sondertreffen, um über geeignete Maßnahmen zu beraten. Herausgekommen ist ein Katalog, der den Ländern eine größere Mitsprache einräumen und die Ansiedlung von Medizinern in unterversorgten Regionen verbessern soll. Kassenärztliche Vereinigungen haben sich im Vorfeld des Treffens gegen mehr staatliche Kontrolle ausgesprochen.
Neues Gesetz ab 1. Januar 2012
In Berlin einigten sich die Vertreter von Bund und Ländern auf ein neues Versorgungssicherungsgesetz, das nach den Plänen den Beteiligten bereits Anfang des kommenden Jahres in Kraft treten soll.
Sofern sich gesetzliche Krankenkassen und Ärzte nicht zu einem Konsens zur Schließung von Versorgungslücken einigen können, sollen die Länder das Problem per Beschlussfassung angehen können, so die niedersächsische Gesundheitsministerin Aygül Özkan. Es sollen zudem der freiwillige Verzicht auf eine Niederlassung in Ballungsräumen und der medizinische Nachwuchs gefördert werden.
Kassenärzte gegen mehr staatliche Kontrolle
Die Ärzte wehrten sich dagegen bereits im Vorfeld gegen mehr Einflussnahme des Staates und Regulierungen. „Eine zentralistische Planung und Lenkung hatten wir in der DDR“, so der Vize der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommerns Dieter Kreye. Einen Teil des Schwarzen Peters schob Kreye auch der Politik zu, die den Arbeitsalltag der Ärzte durch Bürokratisierung erschwerte. Das Ausfüllen von Formularen nehme bereits jetzt einen erheblichen Umfang in den Praxen ein.
GKV-Spitzenverband sieht Verteilungsproblem
Den Finger in eine offene Wunde legt auch der GKV-Spitzenverband. Dessen Chefin Doris Pfeiffer sprach erst kürzlich von einem Verteilungsproblem statt eines Ärztemangels. In Deutschland ließen sich zu viele Mediziner in den Ballungsräumen nieder, die damit überversorgt würden. In den ländlichen und infrastrukturell schwächer entwickelten Regionen fehlen dagegen Ärzte. Ein Problem, das sich nach Meinung des GKV-Spitzenverbandes nicht einfach mit mehr Geld und neuen Ärzten lösen lässt.
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