Arzneimittel – Zoll warnt vor Fälschungen

Das Internet ist nicht nur für viele Verbraucher ein Kommunikationsmittel. Inzwischen ist es ein riesiger Marktplatz. Allerdings ist nicht alles, was online bestellt wird, auch legal bzw. dass, was man als Verbraucher vom Produkt erwartet. Der deutsche Zoll schlägt jetzt Alarm und weist darauf hin, dass der Trend bei gefälschten Arzneimitteln auch weiterhin besorgniserregend ist.

Fälschungen kommen aus Asien

Wie der deutsche Zoll mitteilt, kommt ein großer Teil der Fälschungen aus Indien. Mit 68 Prozent machte das Land im vergangenen Jahr den Löwenanteil bei den gefälschten Arzneien aus. Gefolgt wird Indien in der aktuellen Statistik von Hongkong und dem Iran.

Im vorvergangenen Jahr lagen auf den Plätzen hinter Indien noch China und die Seychellen. Laut der Zentralstelle Gewerblicher Rechtsschutz kam es im vergangenen Jahr zu insgesamt 574 Beschlagnahmungen.

Die Dunkelziffer könnte dagegen weit höher ausfallen. Aber nicht nur diese Zahl beunruhigt Experten. Auch die Menge der beschlagnahmten Tabletten hat massiv zugelegt. Waren es 2005 „nur“ rund 500.000 Einheiten, sind es im vergangenen Jahr schon fünf Millionen Stück gewesen. Eine Menge, die das Ausmaß deutlich macht. Aber auch Arzneipulver ist 2010 mit einer Tonne wieder eine ganze Menge zusammengekommen.

Anabolika-Handel auf Vormarsch

Dabei geht es im Bereich der von Arzneimittelfälschungen und dem Handel mit Präparaten nicht nur um Pulver und Tabletten. Insbesondere im Bereich des Handels mit Anabolika haben die Fahnder einen massiven Anstieg feststellen müssen. Die Zahl der Verfahren ist im vergangenen Jahr hier um ganze 500 Prozent angestiegen. Dabei ist de Einnahme von ungeprüften Präparaten keinesfalls ungefährlich. Unbekannte Wirkstoffe oder Wirkstoffkombinationen können zu schweren Nebenwirkungen und Gesundheitsschäden führen.

Arzneimittel nur aus legalen Quellen

Daher empfehlen Experten wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände den Bezug nur aus Apotheken oder dem zertifizierten Online-Handel. Wer dagegen einfach Medikamente übers Internet aus dem Ausland erwirbt, spielt am Ende nicht nur mit der eigenen Gesundheit, sondern muss sich unter Umständen auch auf Post vom deutschen Zoll einstellen.

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