Arzneimittel: Deutsche zahlen im Europavergleich zu viel
Experten kritisierten in der Vergangenheit immer wieder starke Unterschiede zwischen den Arzneimittelpreisen in Deutschland und anderen Ländern in Europa. Laut des aktuellen Arzneiverordnungsreports 2011 hat sich an dieser Situation nicht viel geändert. Dabei ließen sich durch konsequente Anpassungen der Arzneimittelpreise erhebliche Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen erzielen.
Kostentreiber Arzneimittel
Aus Sicht der Experten bietet die aktuelle Situation zwar durchaus einige Lichtblicke, wie eine deutliche Abschwächung der Wachstumskurve bei den Kosten für verschriebene Medikamente.
Das Ergebnis des Arzneiverordnungsreports ist relativ eindeutig; Verglichen mit Großbritannien, sind in Deutschland Arzneimittel rund 65 Prozent teurer. Eine Entwicklung, die verdeutlicht, welche Einsparpotenziale sich allein in diesem Bereich für Krankenversicherungen umsetzen ließen. Unterm Strich geht der Arzneiverordnungsreport 2011 davon aus, dass beim Angleichen der deutschen Preise an die in Großbritannien herrschenden Medikamentenpreise Einsparungen von mehr als zwei Milliarden Euro erreicht werden könnten.
Kostentreiber und Generika
Wie entstehen aber die teilweise erheblichen Unterschiede? In den Augen vieler Branchenkenner sind es vor allem Patentmedikamente für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebsleiden, welche zwischen Rhein und Oder teuer sind. Eine Tatsache, die durch teure Generika verschärft wird. Auch hier hat der Arzneiverordnungsreport deutliche Unterschiede zwischen Großbritannien und Deutschland feststellen können.
Während auf der Insel wirkstoffgleiche Präparate günstiger sind, müssen deutsche Krankenkassen hierzulande rund 90 Prozent mehr im Bereich der umsatzstarken Generika auf den Tisch legen. Eine Situation, die nicht nur Gesundheitsexperten wie der Pharmakologe Ulrich Schwabe bemängeln. Auch Vertreter der gesetzlichen Krankenversicherung weisen seit Jahren auf diesen Missstand hin. Insgesamt sieht der Report Einsparpotenziale bei den Arzneimittelausgaben von 8,1 Milliarden Euro. Eine Summe, die – falls die vorhandenen Möglichkeiten genutzt würden – deutlich die angespannte Situation im Bereich des Gesundheitswesens entspannen könnte.
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