Arzneimittel: Ausgaben der GKV sinken im 1. Halbjahr 2011

Die GKV steht vor neuen Herausforderungen, speziell was die Kosten im Gesundheitswesen betrifft. Viele Experten gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren die Belastungen für die Krankenkassen steigen werden. Auswege aus dieser Situation gibt es nur wenige. Eine Möglichkeit: Die Anhebung der Beitragseinnahmen. Der zweite Weg: Einsparungen bei den Leistungen. Zu letztgenannter Möglichkeit gehören auch die Arzneimittel. Hier hat die GKV in den vergangenen sechs Monaten weniger ausgegeben als im Vorjahr.

Arzneimittelausgaben sinken deutlich

Wie aus Zahlen von IMS Health hervorgeht, haben die gesetzlichen Krankenkassen in den letzten Monaten deutlich weniger ausgegeben als noch im Vorjahr.

Betrachtet man zum Beispiel die Ausgaben für den gesamten Zeitraum von Januar bis Juli, so liegt das Minus bei den Arzneimittelausgaben bei etwa 3,5 Prozent. Eine durchaus positive Entwicklung, sind in anderen Bereichen des Gesundheitswesens die Ausgaben für die GKV doch gestiegen. Unterm Strich geben die gesetzlichen Krankenkassen aber immer noch 14,75 Milliarden Euro für Arzneimittel aus.

Vergleicht man einzelne Monate miteinander, entsteht allerdings kein homogenes Bild in Bezug auf die Ausgabenstruktur der gesetzlichen Krankenversicherung. Im Gegenteil: Während im Mai die Ausgaben nach einer längeren Phase deutlicher Minderungen anstiegen, präsentiert sich der Juni 2011 wieder in einem gänzlich anderen Bild. Für sich betrachtet lag der Rückgang bei den Ausgaben im Juni bei 9,6 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum.

Arbeitstage für Schwankungen entscheidend

Eine Ursache für das heterogene Bild im Bereich der Arzneimittelausgaben ist die unterschiedliche Verteilung der Arbeitstage in den einzelnen Monaten. Ins Gewicht fällt diese Tatsache unter anderem beim Vergleich der Arzneimittelausgaben für die Monate Mai und Juni. Bereinigt man die Daten um den Effekt, welchen die Arbeitstage auf die jeweiligen monatlichen Schwankungen haben, ergibt sich ein Rückgang von ca. zwei Prozent.

Aus den Einsparungen im Arzneimittelsektor lassen sich allerdings keine Rückschlüsse aus dem tatsächlichen Verbrauch der Patienten ziehen. Denn die Zahl der abgegebenen Packungen ist im selben Zeitraum gestiegen – um 0,8 Prozent.

 

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