Apotheker könnten bald 190 Millionen Euro mehr verdienen
Deutschlands Apotheker dürfen sich freuen: Wirtschaftsminister Philipp Rösler will die Arzneimittelpreisverordnung zu ihren Gunsten ändern. Zukünftig sollen die Apotheker mehr Geld pro verkaufte Verpackung bekommen. Insgesamt können sich die Mehreinnahmen auf 190 Millionen Euro im Jahr belaufen. Doch das ist immer noch zu wenig, findet die Apothekervereinigung ABDA.
Anhebung des Arzneimittelzuschlags um 25 Cent
Die Apotheker bekommen seit 2004 einen Zuschlag für jede verkaufte Arzneimittelverpackung von 8,10 Euro. Der Zuschlag soll der pharmazeutischen Dienstleistung der Apotheke gerecht werden, also auch die Kosten für Lagerung und Vertrieb der Arznei decken. Nun hat Wirtschaftsminister Philipp Rösler einen Entwurf vorgelegt, der laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Erhöhung von 25 Cent auf 8,35 Euro vorsieht. Ab Januar 2013 soll die Änderung der Arzneimittelpreisverordnung bereits in Kraft treten.
21 Millionen Euro muss die PKV finanzieren
Sollte die Erhöhung beschlossen werden, können Apotheker mit Mehreinnahmen von 190 Millionen Euro rechnen. Da die Zuschläge größtenteils durch die Krankenkassen finanziert werden, entfallen 21 Millionen Euro auf die private Krankenversicherung (PKV) und 162 Millionen Euro auf die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Angesichts der auf sie zukommenden Kosten wartet besonders die GKV auf eine gute Begründung vonseiten der Bundesregierung. „Wir sind sehr gespannt, wie die Politik die Erhöhung dieses Vergütungsaufschlags begründen wird“, äußerte sich der Spitzenverband der Krankenkassen. Momentan liegen noch keine Daten zu Umsatz, Betriebskosten oder Gewinn der Apotheken vor, die eine Erhöhung rechtfertigen würden.
Apotheker geben sich mit Erhöhung nicht zufrieden
Die Apotheker hatten eine Erhöhung auf 9,14 Euro gefordert und kritisieren daher den Vorschlag von Rösler scharf. Zu gering fällt die Anhebung in den Augen der Apotheker aus. Der Präsident der Apothekervereinigung ABDA Heinz-Günter Wolf sagte, die Apothekerschaft werde sich „in keinster Weise damit zufrieden geben, dass kaum die Kostensteigerungen von zwei der vergangenen neun Jahre berücksichtigt werden.“ Das letzte Wort sei noch nicht gesprochen.
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