AOK und Barmer GEK vergeben Noten für Ärzte

Ärztevergleich der AOK Barmer

Ärztevergleich der AOK Barmer

Patienten können in Zukunft ihre Ärzte bewerten. Die beiden gesetzlichen Krankenkassen AOK und Barmer GEK haben ein Projekt aus der Taufe gehoben, mit dem die GKV auf das Web 2.0 setzt. Es geht um eine Bewertungsplattform für Ärzte. Im Vordergrund steht dabei vor allem Sachlichkeit und nicht – wie viele Ärzte bereits befürchteten – um Schmähungen unzufriedener Kunden gegenüber dem „Gott in Weiß“.

Urteil von 30 Millionen Versicherten

Das Besondere an dem Portal ist aber nicht allein die Tatsache, dass zwei Krankenkassen dahinter stehen.

Vielmehr die Größe des Datensatzes beeindruckt. In die Bewertung der Patientenzufriedenheit fließen Daten von rund 30 Millionen Versicherten ein. Damit dürfte das Bewertungsportal einen ausreichenden Querschnitt durch Deutschland abbilden. Neben der Barmer GEK und der AOK, die am Dienstag mit der Patientenbefragung begannen, sind an dem Projekt auch die Bertelsmann-Stiftung und Dachverbände von Patienten- und Verbraucherorganisationen beteiligt.

Im Fragebogen zum „Ärztenavigator“ werden unter anderem Informationen zur Praxisorganisation, der vermeintlichen Qualität der Behandlung oder Wartezeit von Patienten eingeholt. Das Modell wurde bereits in der Vergangenheit getestet und scheint zumindest in den Tests die Ängste der Kritiker nicht zu bestätigen.

Kritik am GKV-Portal – Medizin ist nicht „DSDS“

In den Augen der Ärzte, die im Mittelpunkt des Bewertungsportals stehen, ist der Vorstoß der AOK und Barmer GEK ein zweischneidiges Schwert. Die Mediziner fürchten einen neuen Pranger im Internet. Die Bundesärztekammer will die Plattform daher genau prüfen. Medizin könne man nicht einfach so wie in einer Castingshow bewerten. Die Verantwortlichen seitens der GKV versuchen die Befürchtungen der Ärzte zu zerstreuen.

Jürgen Graalmann vom AOK-Bundesverband sprach davon, dass das Portal „nicht gegen die Ärzte entwickelt worden“ sei. Es soll helfen, die Qualität in den Praxen zu verbessern. Daher hat man den Fragebogen absichtlich so gehalten, das individuelle und subjektive Eindrücke in Form von Schmähungen nicht in die Bewertung einfließen können.

 

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