AOK Plus will Homoöpathie statt Prämienausschüttung

Keine Prämienausschüttung bei der AOK Plus width=Überschüsse werden nicht ausgezahlt

Die AOK Plus will die Überschüsse weiterhin nicht in Form von Prämien an die Versicherten ausschütten. Stattdessen plant man nun mehr Leistungen zu finanzieren und den Zusatzbeitrag auszusetzen.

Milliardenüberschüsse im Gespräch

Dank einer guten Arbeitsmarktlage konnten die meisten gesetzlichen Krankenkassen im letzten Jahr Milliardenüberschüsse anhäufen. Generell sollen solch erwirtschaftete Überschüsse als Rücklagen dienen. Überschreiten die Rücklagen jedoch einen bestimmten Betrag sind die Krankenkassen dazu angehalten, die überschüssigen Einnahmen wieder an die Versicherten zurückzuführen.

Rücklagen wenig sinnvoll laut Spahn

Daher waren in den letzten immer wieder Stimmen aus der Politik laut geworden, die eine Prämienausschüttung gefordert hatten. So wettere beispielsweise der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, gegen die Möglichkeit das Geld sicher anzulegen. Solche Geldanlage bieten derzeit einen zu geringen Zinssatz und es sei sinnvoller das Geld an die Versicherten auszuschütten.

Leistungsoffensive statt Prämienausschüttung

Die AOK Plus, mit 2,7 Millionen Versicherten in Sachsen und Thüringen vertreten, will jedoch auf die Prämienausschüttung verzichten und stattdessen die Überschüsse in Form von Leistungen an die Versicherten weitergeben. So beschloss der Verwaltungsrat nun laut Ärzte Zeitung in Erfurt den Großteil des Gewinns als Rücklage und den Rest in Form einer „Leistungsoffensive“ zu verwenden. So sollen ab Juli apothekenpflichte, nicht verschreibungspflichtige Medikamente Schwangeren und Jugendlichen erstattet werden. Ab September sollen zudem Leistungen für Homöopathie finanziert werden.

Verzicht auf Zusatzbeitrag

Auch der Verzicht auf einen Zusatzbeitrag bis 2014 wurde als sinnvolle Verwendung für die Überschüsse genannt. Verwaltungsratsvorsitzender Sven Nobereit betonte, dass die Prämienausschüttung ohnehin einen zu hohen Verwaltungsaufwand bedeuten würde. Auch könne man sich auf den Rücklagen nicht ausruhen. Schon in diesem Jahr müsse man mit Mehrausgaben von rund 300 Millionen Euro rechnen, da die Ärztehonorare und auch die Arzneimittelkosten gestiegen sind. Auch der demografische Wandel sei immer mehr spürbar.

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