AOK Niedersachsen kommt ohne Zusatzbeitrag aus

Die AOK Niedersachsen kann auf die Erhebung eines Zusatzbeitrags dieses und im kommenden Jahr verzichten. Damit setzt die AOK den Kurs fort und gibt den Versicherten Entwarnung. Vor einigen Wochen gerieten die Allgemeinen Ortskrankenkassen in die Schlagzeilen, da sie höhere Millionenbeträge an den Gesundheitsfonds zurückführen mussten. Parallel konnte die AOK Niedersachsen melden, dass sich der Wachstumskurs fortsetzt.

Überschuss bei der AOK Niedersachsen

Die AOK Niedersachsen kommt im nächsten Jahr ohne Zusatzbeitrag aus.

Dies ist für die Versicherten eine gute Nachricht. Schließlich ist der Zusatzbeitrag seit einigen Monaten fast schon fester Bestandteil der Nachrichten aus dem Gesundheitswesen. Die Verwaltungsratsvorsitzenden Bernd Wilkening und Ulrich Gransee verwiesen darauf, dass die gesetzliche Krankenkasse hervorragend für die Zukunft aufgestellt ist und „eine solide Haushaltsplanung“ aufweist.

Nach den Defiziten, welche man im Jahr 2010 noch in den Büchern hatte führen müssen, rechnet die GKV für das laufende Jahr mit einem Überschuss von mehreren Millionen Euro. Insgesamt, so schätzen Experten, könnte die AOK Niedersachsen das Jahr 2011 mit rund 35 Millionen Euro in der Kasse abschließen. Eine Tatsache, die bei fortgesetzter Entwicklung der Konjunktur auch für das kommende Jahr hoffen lässt.

Hohe Ausgaben für Klinikrechnungen

Den größten Ausgabenblock der AOK Niedersachsen machen übrigens die Rechnungen von Mitgliedern aus, die sich im Krankenhaus behandeln lassen. Hier musste die GKB im vergangenen Jahr 2,24 Milliarden Euro aufbringen. Arzneimittel folgen auf Platz 2 mit 1,14 Milliarden, gefolgt von den Arztrechnungen, die gerade einmal 1,03 Milliarden Euro ausmachen. Damit ist auch klar, wo das Gesundheitswesen in Zukunft wird noch weiter sparen müssen.

Zusatzbeitrag: Lock- und Druckmittel

Dass die AOK keinen Zusatzbeitrag erheben muss, dürfte deren Mitglieder freuen. Trotzdem hat das Ganze einen unangenehmen Beigeschmack. Dann der Zusatzbeitrag wird immer mehr zu einem Druckmittel in der GKV, dass negative Folgen hat. Erst vor wenigen Tagen wies zum Beispiel das BVA darauf hin, dass durch die Angst vor dem Zusatzbeitrag viele Krankenkassen an entscheidenden Stellen sparen und Leistungen streichen. Eine Entwicklung, die am Ende zulasten der Versicherten geht.

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