AOK: Keine Spur von Ärztemangel
Politik und Ärztevertreter haben in den vergangenen Wochen immer wieder auf den drohenden Ärztemangel hingewiesen. Allerdings hat das Wissenschaftliche Institut der AOK jetzt festgestellt, dass Deutschland eigentlich nicht unter einem Mangel an Medizinern leidet. Im Gegenteil – pro 100.000 Einwohner sorgen knapp 400 Ärzte für die Gesundheit. Allerdings hat Deutschland ein Verteilungsproblem, denn die Mediziner konzentrieren sich vor allem in Ballungsräumen.
Neuer Höchststand bei den Ärzten
Eigentlich, so die immer wieder gebetsmühlenartig wiederholten Argumente, müsste Deutschland im Bereich der Ärzte von einem Schwund bedroht sein.
Betrachtet man die Entwicklung der letzten Jahrzehnte, ist ein eindeutiger Trend zu erkennen. Von Mitte der 1970er Jahre hat die Zahl der Mediziner zugenommen – und sich in den letzten Dekaden mehr als verdoppelt. Parallel zu diesen Zahlen bringt das Wissenschaftliche Institut der AOK die Theorie vom Ärztemangel noch an einer anderen Stelle ins Wanken. Betrachtet man die Bedarfsplanung, ist Deutschland überversorgt.
Mehr Ärzte als nötig
So liegen zum Beispiel 312 Planungskreise in Deutschland allein bei den niedergelassenen Hausärzten über dem Soll – von 395 Planungskreisen. Aber auch bei den Fachärzten sieht die Entwicklung ähnlich aus, insbesondere was Internisten und die Chirurgie betrifft. Damit scheint der Ärztemangel eher ein herbeigeredetes Problem – zumindest auf den ersten Blick. Denn die Ärzte sind nicht überall gleich verteilt.
Starke Unterschiede zwischen den Regionen
Insbesondere in Süddeutschland ist die Konzentration der Ärzte scheinbar hoch. Aber auch in anderen Ballungszentren sind Ärzte überdurchschnittlich oft vertreten. Unterm Strich ergibt sich ein heterogenes Bild. Überall dort, wo viele potenzielle Patienten auf engstem Raum leben, lassen sich Mediziner bevorzugt nieder. Ländliche Regionen kommen in diesem Zusammenhang zu kurz.
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