AOK Baden-Württemberg schließt Zusatzbeiträge vorerst aus

Die AOK Baden-Württemberg schloss für das Jahr 2012 eine Erhebung von Zusatzbeiträgen aus. Aus Sicht von Vorstandschef Rolf Hoberg ist die anhaltende und gute Konjunktur der Hauptgrund für den Verzicht auf den Zusatzbeitrag. Die Mitglieder der AOK Baden-Württemberg können also zumindest für das kommende Jahr aufatmen und gehören nicht zu den Kassenpatienten, die einen Zusatzbeitrag stemmen müssen.

Zusatzbeitrag – nur mittelfristige Prognose

Auf der einen Seite zieht Vorstandschef Rolf Hoberg in Bezug auf den Zusatzbeitrag eine positive Bilanz.

Allerdings kann der Verzicht nur mittelfristiger Natur sein. Denn der Chef der AOK Baden-Württemberg gab gleichzeitig auch zu bedenken, dass – sobald der Gesetzgeber neue Maßnahmen beschließt, welche die Kosten erhöhen – sich die Situation unter Umständen schnell wieder ändern kann.

Eine Tatsache, welcher sich auch die Versicherten bewusst sein müssen. Potenzial zu neuen Kostensteigerungen liegt zum Beispiel in den Reformen, die zur Bekämpfung des Ärztemangels angeschoben werden sollen. Warum ist der Zusatzbeitrag für die Krankenkassen aus dem Bereich der GKV aber eigentlich ein so heißes Eisen?

Versicherungen stehen unter hohem Druck

Welche Wirkung die Einführung eines Zusatzbeitrags haben kann, zeigte die jüngste Vergangenheit. Vielen Kassen, die einen Zusatzbeitrag erheben mussten, sind die Versicherten teilweise in großer Zahl davon gelaufen. Damit können sich finanzielle Probleme, die meistens Ursache für den Zusatzbeitrag sind, noch deutlich Verschärfen – bis hin zur Kassenpleite (siehe City BKK).

Aus diesem Grund fürchten die Krankenkassen den Zusatzbeitrag wie der Teufel das Weihwasser. AOK-Vorstandschef Rolf Hoberg kennt diese Probleme und macht sich daher nicht ohne Grund für den kassenindividuellen Beitrag stark, der wieder mehr Wettbewerb und individuelleres Wirtschaften ermöglicht. Würden diese wieder eingeführt, kehrt man in der GKV zum alten System zurück, welches mit dem Gesundheitsfonds erst abgeschafft worden war. Ob die Regierung allerdings hier mitspielt, steht auf einem anderen Blatt und dürfte eher als unwahrscheinlich gelten.

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