Antibabypille auf dem Prüfstand: Welche Gefahren drohen wirklich?

Durch die Einnahme der Antibabypille erhöht sich das Risiko einer lebensbedrohlichen Thrombose. Diese Gefahr ist seit Langem bekannt. Insbesondere bei der Pille der dritten und vierten Generation steigt das Risiko. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) will nun die Verhütungspillen überprüfen, um festzustellen, ob eine Änderung der Zulassung notwendig ist.

Pille erhöht Thromboserisiko

Die Pille zum Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft wird in Deutschland von mehr als sechs Millionen Frauen eingenommen. Statistisch gesehen ist bei ihnen dadurch das Thromboserisiko erhöht. Das bedeutet, bei ihnen entwickeln sich eher Blutgerinnsel, die eine Lungenembolie oder einen Schlaganfall auslösen können, als bei Frauen, die die Pille nicht nehmen. Das Risiko einer Thrombose liegt bei Personen, die keine hormonellen Verhütungsmittel liegen, bei bis zu 10 Fällen pro 100.000 Frauen im Jahr. Für Verbraucher, die die Pille der dritten oder vierten Generation nehmen, liegt das Risiko schon bei bis zu 40 Fällen pro 100.000 Frauen im Jahr.

Arzneimittelagentur prüft Risiko von Blutgerinnseln durch Antibabypille

Nach der Aufforderung durch die französische Arzneimittelüberwachungsbehörde will die EMA nun die Antibabypillen der dritten und vierten Generation überprüfen. Denn in Frankreich hat eine Frau Klage gegen den Arzneimittelhersteller Bayer eingereicht. Sie nahm die Pille Meliane ein und erlitt 2006 einen Schlaganfall. Seitdem ist sie schwerbehindert. Nicht nur Kritiker fordern seit Längerem, dass der Verkauf der Präparate eingeschränkt wird. Auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat bereits mehrfach auf die Risiken der Pille hingewiesen: „Wir empfehlen, vor allem bei Erstanwenderinnen das Thromboserisiko zu berücksichtigen und Pillen der zweiten Generation zu bevorzugen.“

Bestimmte Wirkstoffe erhöhen Gefahr der Gefäßerkrankung

Die Angabe der Generation richtet sich – vereinfacht gesagt – nach der Zusammensetzung. Die Pillen der dritten Generation bestehen etwa aus dem Inhaltsstoff Desogestrel, Norgestimat oder Gestoden. Auch Antibabypillen mit dem Wirkstoff Drospirenon sollen das Thromboserisiko erhöhen. Gynäkologen warnen jedoch vor einer Verunsicherung der Patientinnen. Zudem ist der Wirkstoff nicht alleiniger Auslöser der Gefäßerkrankung. Weitere Faktoren können Alter, Übergewicht, bestimmte Vorerkrankungen und Rauchen sein.

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