Anti-Baby-Pille: 50 Jahre beliebtestes Verhütungsmittel

Das Verhütungsmittel Anti-Baby-Pille feiert 50. Geburtstag

Vor nunmehr 50 Jahren kam die revolutionäre Pille zur Verhütung auf den Markt. Die Anti-Baby-Pille wurde geboren und trat ihren Siegeszug an. Sex-Genuss ohne Reue versprach die Wunder-Pille aus den USA und sie versprach nicht zu wenig. Eine liebgewonnene Verhütungsmethode für viele, ist sie der Katholischen Kirche nach wie vor ein Dorn im Auge. Für Krankenkassen ein wirksames Mittel zur Kostenreduktion, wird die Anti-Baby-Pille gar bis zum 18 Lebensjahr von heranwachsenden Frauen von der Krankenversicherung gezahlt.

Die Anti-Baby-Pille, oder kurz „Die Pille“

Die häufig kurz als Pille bezeichnete Antibabypille ist ein sehr sicheres Verhütungsmittel, sofern sie regelmäßig eingenommen wird. Die Regelmäßigkeit der Einnahme umfasst auch das Einhalten der täglich gleichen Einnahmezeit, je nach Medikament sind Abweichungen zwischen einer und zwölf Stunden möglich.

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Die Wirkungsweise der Anti-Baby-Pille

Die Pille enthält die beiden Hormone Gestagen und Östrogen, deren Zusammensetzung sich bei den einzelnen Präparaten unterscheidet. Beide Hormone täuschen dem Körper eine bestehende Schwangerschaft vor, so dass kein Eisprung erfolgt und sich die Gebärmutterschleimhaut nicht in einem für die Empfängnis erforderlichen Ausmaß aufbaut. Des Weiteren verhindern die Wirkstoffe der Pille das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter und sie wirken sich reduzierend auf die Fruchtbarkeit des Samens aus. Eine abweichende Wirkungsweise findet sich bei der Minipille. Da diese ausschließlich Gestagene enthält, unterdrückt sie den Eisprung nicht. Sie wirkt alleine durch eine Veränderung der Gebärmutterschleimhaut und des Muttermundpropfens und gilt als wesentlich weniger sicher als andere Formen der Pille.

Einfluss auf den Zyklus

Die Pille führt dazu, dass der Zyklus gleichmäßig achtundzwanzig Tage beträgt. An einundzwanzig Tagen nimmt die Frau eine Tablette mit Wirkstoffen ein, während an den restlichen sieben Tagen entweder keine Tabletten oder welche ohne Wirkstoffe zur Anwendung kommen. Durch eine Veränderung der Einnahme wirkstoffhaltiger Pillen kann die Frau ihren Zyklus verschieben.
In den ersten Jahren nach der Einführung der Pille wurde auch versucht, das Verhütungsmittel durchgängig einzunehmen und auf diese Weise die Periode zu verhindern. Ein derart gravierender Eingriff in die natürlichen Körperfunktionen hat aber zu häufigen körperlichen und seelischen Leiden geführt und kommt heute nur noch in medizinisch begründeten Ausnahmefällen zur Anwendung.

Nebenwirkungen oder „Wer soll die Anti-Baby-Pille-Pille nicht nehmen?“

Neben erlittenen schweren Erkrankungen an der Leber oder am Herzen sowie einer erhöhten Anfälligkeit für Thrombosen gilt bei Frauen ab einem Alter von etwa 35 Jahren das Rauchen als Gegenanzeige für die Verwendung der Pille.

Zahlen Krankenkassen die Pille? Gesetzliche oder private Krankenversicherung?

Bei Mitgliedern gesetzlicher Krankenkassen ist durch den Gesetzgeber geregelt, dass die Pille als Verhütungsmittel nur bei Frauen unter zwanzig Jahren durch diese bezahlt werden darf. Bei erwachsenen Frauen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Pille, wenn diese der Behandlung einer Krankheit dient. Besonders schmerzhafte Regelblutungen lassen sich ebenso wie starke Akne durch die Anti-Baby-Pille behandeln, des Weiteren tragen Krankenkassen die Kosten, wenn auf Grund einer Krebsbehandlung eine Schwangerschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit zu schweren Fehlbildungen beim Fötus führen würde.
Die privaten Krankenversicherungen sind zwar nicht an die für gesetzliche Kassen geltenden Bestimmungen gebunden, hinsichtlich der Kostenerstattung für die Pille folgen die meisten Gesellschaften ihnen dennoch, so dass auch Mitglieder einer privaten Krankenkasse die Antibabypille als Verhütungsmittel zumeist selber bezahlen müssen.

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