Angst vor Beitragserhöhung hält Verbraucher von PKV fern

Ein aktueller Marktausblick der Ratingagentur Assekurata zeigt, dass die Zahl der Versicherten in der privaten Krankenversicherung zurückgegangen ist. Mit einer Zunahme ist dabei 2016 nicht zu rechnen. Zu groß scheinen die Befürchtungen potenzieller Neukunden vor unbezahlbaren Beiträgen im Alter zu sein. Die Studie verdeutlicht jedoch, dass die Kosten bezahlbar bleiben.

2015 ist die Zahl der Vollversicherten zum vierten Mal in Folge gesunken. Rund 47.000 Personen weniger als im Vorjahr waren in der privaten Krankenversicherung versichert. Gründe hierfür gibt es laut Assekurata einige: So entscheiden sich immer weniger gesetzlich Krankenversicherte für den Wechsel in die PKV, etwa weil ihr Einkommen nicht an die Jahresarbeitsentgeltgrenze heranreicht. Arbeitnehmer können sich erst privat krankenversichern, wenn sie ein bestimmtes Einkommen haben. 2016 liegt die Grenze bei einem Bruttojahreseinkommen von 56.250 Euro. Zu groß scheinen zudem „im Zuge der Niedrigzinsen die Verunsicherung und die Angst vor der Unbezahlbarkeit der PKV-Beiträge im Alter auf Seiten der potentiellen Kunden“, erklärt Gerhard Reichl, Autor der Studie.

Keine überhöhten PKV-Beiträge im Alter

Im Marktausblick zur privaten Krankenversicherung 2016 wird jedoch versucht, den Einwand steigender Beiträge im Alter zu entkräften. So liegen die Durchschnittskosten der von Assekurata gerateten Unternehmen, die 60 Prozent des Marktes abdecken, für die über 70-Jährigen bei rund 420 Euro für Männer, Frauen zahlen 460 Euro. Zudem lagen die Beitragsanpassungen der bewerteten Versicherer 2016 unter dem Niveau der letzten 14 Jahre. Im Schnitt stiegen die PKV-Kosten in diesem Zeitraum um 4,7 Prozent. In diesem Jahr erhöhten die Anbieter durchschnittlich um 3,1 Prozent.

Neuer PKV-Versicherer will Markt digital erobern

Obwohl mit weniger Vollversicherten in der privaten Krankenversicherung zu rechnen ist, will im kommenden Jahr ein neuer Anbieter an den Start gehen. Wie die Ärzte Zeitung berichtet, wird Ottonova als erster digitaler Krankenversicherer im ersten Halbjahr 2017 versuchen, potenzielle Neukunden ausschließlich online für eine private Kranken- oder Zusatzversicherung zu begeistern. Das Unternehmen könnte aufgrund des ausschließlichen Online-Angebots Tarife anbieten, die deutlich günstiger als die Konkurrenz sind.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr