Allianz PKV nimmt Neukunden unter die Lupe

Allianz prüft PKV Neukunden genauer

Finanzcheck bei PKV Neukunden

Säumige Beitragszahler machen nicht nur der gesetzlichen Krankenversicherung im Zusammenhang mit dem Zusatzbeitrag zu schaffen. Auch die PKV stellt seit einiger Zeit fest, dass die Zahl der Nichtzahler in den eigenen Reihen steigt. Eine Tatsache, mit der auch die Allianz PKV zu kämpfen hat. Die private Krankenversicherung will daher Neukunden auch unter dem Aspekt der finanziellen Risiken genauer unter die Lupe nehmen.

Nichtzahler belasten die Bilanz

In der privaten Krankenversicherung ist die Zahl derer, die mit ihren Beiträgen im Rückstand sind, in den vergangenen zwei Jahren gestiegen.

Schätzungen gehen davon aus, dass die Zahl solcher Nichtzahler bei rund 150.000 Versicherten liegt. Die Ausfälle werden mit einem dreistelligen Millionbetrag beziffert. Die Allianz Private Krankenversicherung macht in diesem Zusammenhang keine Ausnahme und will sich dem Problem jetzt stellen. Dazu gehört laut Vorstand Christian Molt auch eine stärkere Überprüfung der Neukunden auf finanzielle Risiken.

„Wir prüfen nicht mehr nur medizinische Risiken, sondern ganz klar auch finanzielle“, so Molt. Zu diesem Zweck will das Unternehmen in Zukunft stärker mit Auskunfteien wie der SCHUFA und einem eigenen Scoring-Verfahren arbeiten. Für die Annahmeprüfung in die PKV sollen unter anderem der Beruf sowie Beitragsrückstände aus früheren Versicherungsverhältnissen eine Rolle spielen.

Neuer Tarif für säumige Beitragszahler

Parallel arbeitet die Allianz PKV auch an einer Problemlösung für Bestandskunden, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten. So soll der Kontakt zu Nichtzahler per Brief und Telefon intensiviert werden. Gleichzeitig wird es nach den Plänen der privaten Krankenversicherung einen speziellen Untertarif im Basistarif geben, der betroffene Mitglieder der Krankenversicherung aufnimmt. Sinn des Ganzen: Die Allianz will damit verhindern, dass zu hohe Rückstände bei den Versicherten auflaufen.

PKV muss Nichtzahler behalten

Für die private Krankenversicherung hat das Problem der Nichtzahler in den vergangenen Jahren zugenommen, da die Versicherer betroffenen Mitgliedern nicht einfach kündigen können. Seit 2009 gilt auch im Bereich der PKV die Versicherungspflicht und damit ein Kündigungsverbot. Allerdings kann der Versicherer die Leistungen in diesem Fall bis auf das Minimum einer medizinischen Notfallversorgung herunterschrauben. Insbesondere Selbständige mit stark schwankenden Einkommen sind von Beitragsrückständen bedroht.

VN:F [1.9.15_1155]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)

Weitere News:

Stiftung Warentest prüft Auslandsreise-Krankenversicherung

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (06/2012) hat die Stiftung Warentest 47 weltweit geltende Tarife für Auslandsreise-Krankenversicherungen geprüft. Obwohl Finanztest in diesem Jahr strengere Bewertungskriterien einsetzte, erhielten sechs… mehr

PKV: Flexibler Einsatz von Altersrückstellungen

Die privaten Krankenversicherer stehen nach wie vor wegen enormer Beitragserhöhungen in der Kritik. Nun schlägt der Verband der privaten Krankenversicherung e.V. vor, die Beitragssteigerungen für die Versicherten mittels der Rückstellungen… mehr

Verbraucherschützer warnen vor voreiligen Wechsel in private Krankenversicherung

Die Kritik an der privaten Krankenversicherung reißt nicht ab. Immer wieder Vertreter der GKV über Existenzsorgen der PKV und deren langfristige Probleme. Die momentane Lage sieht aus Sicht des PKV Verbandes sehr gut aus. Im letzten Jahr… mehr

DKV: Zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2011

Die DKV Deutsche Krankenversicherung blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2011 zurück. Nach eigenen Angaben wuchs der Kundenbestand der privaten Krankenversicherung aus Köln im letzten Jahr um 34.000 Versicherte, die Beitragseinnahmen… mehr