Alkoholproblem: Millionen Deutsche trinken zu viel
Fast 10 Millionen Menschen in Deutschland haben laut einer Schätzung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein Alkoholproblem. Trotz dieser hohen Zahl werden der Alkohol und seine Folgen immer noch unterschätzt.
Riskanter Alkoholkonsum bei mehr als zwei Bier am Tag
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung definiert das Alkoholproblem wie folgt: „Alkohol in gesundheitlich riskanten Mengen trinken“. Doch wie viel ist eine gesundheitlich riskante Menge an Alkohol? Für Männer gilt: 24 Gramm Reinalkohol dürfen täglich ohne Bedenken konsumiert werden. Das sind pro Tag lediglich zwei Gläser mit je 0,3 Liter Bier. Frauen dürfen hingegen nur ein Glas pro Tag trinken. Jedoch weist BZgA-Direktorin Elisabeth Pott darauf hin, dass diese Menge auch nicht an mehr als fünf Tagen in der Woche zu sich genommen werden sollte. „Alles, was darüber liegt, ist bereits riskanter Alkoholkonsum und kann auf Dauer zu gesundheitlichen Schäden führen.“
1,3 Millionen Alkoholabhängige
Von den rund 9,5 Millionen Deutschen zwischen 18 und 65 Jahren, die laut BZgA ein Alkoholproblem haben, sind zirka 1,3 Millionen alkoholabhängig. Die Dunkelziffer der Personen mit Alkoholproblemen dürfte sich noch höher belaufen, da es keine geschätzten Zahlen für Jugendliche gibt. Dauerhafter Alkoholmissbrauch führt zu Gehirn- und Leberschäden sowie zu Krebs- oder Herzmuskelerkrankungen. In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 74.000 Menschen durch die riskante Einnahme von Alkohol oder durch die Kombination von Tabak- und Alkoholkonsum.
Wer zahlt beim Alkoholentzug?
Alkoholismus ist als Krankheit anerkannt. Dementsprechend übernehmen die privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten für die Behandlung. Dies gilt aber nicht für alle Behandlungsarten. Der Alkoholentzug bei einem stationären Aufenthalt sowie die dazu nötigen Medikamente werden bezahlt. Wenn eine stationäre Langzeittherapie in Anspruch genommen werden muss oder eine ambulante Therapie im Anschluss nach dem Alkoholentzug, muss ein Antrag bei der Rentenversicherung gestellt werden. Denn diese Kosten erstatten die Krankenversicherer nicht. Darüber hinaus gibt es Privatkliniken, in denen die Kosten selbst getragen werden müssen oder die private Krankenversicherung diese übernimmt. Jede Suchtberatungsstelle hilft den Betroffenen bei der Auswahl der richtigen Klinik.
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