Alkoholismus: Neue Studie untersucht Prozesse im Gehirn

Ein Forscherteam von der Ernest Gallo Clinic in San Francisco hat Vermutungen bestätigt, wonach Alkoholkonsum Endorphine freisetzt und das Gehirn von Alkoholkranken hinsichtlich des damit verbundenen Belohnungssystems anders reagiert als das von Normaltrinkern.

Alkoholismus in Deutschland

In Deutschland gibt zwischen 1,3 und 2,5 Millionen Menschen, die von Alkoholismus betroffen sind. Die genaue Zahl ist nur schwer zu bestimmen, einerseits weil das Problem tabuisiert wird und andererseits die gesellschaftliche Anerkennung von Alkohol dazu führt, dass auch viele Alkoholiker sich der eigenen Abhängigkeit nicht bewusst sind, bzw. diese verharmlosen. Dabei führt dauerhafter Alkoholmissbrauch nicht nur zu körperliche Schäden, wie Lebererkrankungen, sondern kann zudem auch die sozialen Beziehungen des Erkrankten vollständig einnehmen.

Alkohol löst Glücksgefühle aus

Daher wird nicht nur geforscht um effektive Therapien für alkoholabhängige Menschen zu finden, sondern auch wird versucht die Entstehungsprozesse von Alkoholismus besser zu verstehen, um etwa bessere Präventionsmaßnahmen ergreifen zu können. Die Ergebnisse des Forscherteams aus San Francisco stellen daher einen Durchbruch dar. Zwar konnte bereits in Tierversuchen ermittelt werden, dass es auch bei ihnen zu einer Endorphinausschüttung kommt. Die aktuellen Ergebnisse zeigen aber zudem, dass eine erhöhte Endorphinkonzentration im orbitofrontalen Cortex zu verstärkten Glücksgefühlen beim Konsumenten führt.

Verändert Alkoholismus das Gehirn?

Dieser Teil des Gehirns war bei den untersuchten Alkoholikern verändert im Vergleich zu Normaltrinkern. Weitere Untersuchungen müssen allerdings noch zeigen, ob der dauerhaft verstärkte Alkoholkonsum zu dieser Veränderung führt, oder ob die Veränderung von Vornherein vorhanden ist und zu einer stärkeren Anfälligkeit für Alkoholismus führt. Dies kann sowohl für zukünftige Therapien als auch für Präventionsmaßnahmen relevant werden.

Den Alkoholismus bekämpfen

Menschen, die ihre Alkoholkrankheit bekämpfen wollen, können dabei Unterstützung erhalten. Beachtet werden muss hier, dass dabei einige Leistungen von der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung übernommen werden, andere Maßnahmen werden eher vom Rentenversicherungsträger erstattet. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie auf krankenversicherung.net.

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