ALG-II: Jobcenter zahlt PKV-Beiträge ab April 2012

Ab dem 01. April 2012 überweisen die Jobcenter Krankenversicherungsbeiträge für PKV-Versicherte, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld beziehen, direkt an die Versicherungsunternehmen. Zudem haben die privaten Krankenversicherer angekündigt, säumigen Kunden Altschulden zu erlassen, wenn diese ihre Hilfebedürftigkeit nachweisen können.

Wer unmittelbar vor dem Bezug von ALG II Kunde einer privaten Krankenversicherung war, bleibt auch weiterhin privat krankenversichert. Auch hilfebedürftige Personen, die vor dem Bezug von ALG II weder in der GKV noch in der PKV versichert und selbstständig oder versicherungsfrei waren, müssen sich privat krankenversichern. Die Versicherer dürfen Beziehern von ALG II oder Sozialgeld nicht kündigen und auch keine Aufnahme in den Basistarif verweigern.

Basistarif für Sozialhilfeempfänger

In der PKV können Betroffene den Basistarif erhalten, dessen Beitragshöhe bei keiner Versicherungsgesellschaft über dem Höchstsatz der gesetzlichen Krankenversicherung liegen darf. Für hilfebedürftige Personen, die ALG II beziehen, wird der Beitrag für den Basistarif halbiert. Das Jobcenter bezuschusst die PKV von Sozialhilfeempfängern dann bis zur Höhe dieses halbierten Beitrags. Privat Versicherte, die nicht in den Basistarif der PKV wechseln wollen, müssen Versicherungsbeiträge, die darüber hinaus anfallen, selbst bezahlen. Im Jahr 2012 liegt der Höchstsatz, der durch das Jobcenter getragen wird, bei 296,44 Euro. Die Versicherten müssen dem Jobcenter die Höhe des Beitrags nachweisen. Um Zahlungsausfälle zu verhindern, überweisen die Jobcenter diesen Krankenversicherungsbeitrag ab April dann unmittelbar an die jeweilige Versicherungsgesellschaft.

Private Versicherer erlassen Beitragsschulden

Wie aus einem aktuellen Infoblatt des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht, haben sich die privaten Krankenversicherer dazu bereit erklärt, hilfebedürftigen Versicherten Beitragsschulden zu erlassen, die zwischen dem 01. Januar 2009 und dem 31. Januar 2011 aufgrund einer Beitragslücke entstanden sind. Privat Versicherte, die in diesem Zeitraum ihre Beiträge nicht vollständig gezahlt haben und nachweisen können, dass sie hilfebedürftig waren, können bei ihrer Versicherungsgesellschaft einen formlosen Antrag auf Schuldenerlass stellen. Der Bezug von ALG II oder Sozialgeld reicht laut Bundesgesundheitsministerium als Nachweis für die Hilfebedürftigkeit aus.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr