Albtraum Depression: Vier Millionen Deutsche betroffen

Psychische Erkrankungen sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Eine Studie zum Thema Depression hat sich jetzt mit den Umfang und Folgen der Erkrankung beschäftigt. Das Ergebnis: Rund vier Millionen Deutsche sind davon betroffen. Die Auswirkungen auf die Volkswirtschaft sind enorm. Der Untersuchung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge entsteht ein Schaden von 22 Milliarden Euro.

Depression als Kostenfaktor

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung führte die Studie im Auftrag der Allianz durch.

Und kommt zu dem Schluss, dass die Depression als Krankheitsbild zu einer milliardenschweren Belastung für die Wirtschaft wird. Direkt auf die Krankheitskosten selbst entfällt mit rund 5,2 Milliarden Euro zwar nur ein Viertel der Kosten. Wesentlich schwerer wiegen die Folgekosten. Die Untersuchung hat ergeben, dass allein der „Präsentismus“ betroffener Arbeitnehmer zu Schäden in Höhe von 9,3 Milliarden Euro führt.

Statt sich adäquat von Fachärzten behandeln zu lassen, erscheinen viele Arbeitnehmer am Arbeitsplatz, können aber nur einen Bruchteil der eigentlichen Leistung erbringen. Dieser Produktivitätsverlust macht fast die Hälfte der Kosten aus. Und es kommt noch schlimmer. Erwerbs- und Arbeitsunfähigkeit führen zu weiteren Kosten in Höhe von 6,2 Milliarden Euro.

Höheres Suizidrisiko bei Depression

Ebenfalls in die Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung eingeflossen ist die erhöhte Sterblichkeit durch Depressionen. Jedes Jahr nehmen sich ca. 7.000 Betroffene das Leben. Zusätzlich steigen die Kosten noch durch die gesundheitlichen Folgen der Depression, wie Alzheimer, Parkinson oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Beides führt zu einer Belastung von mehr als einer Milliarde Euro. Unterm Strich summieren sich die Belastungen zu einer Gesamtsumme von 22 Milliarden Euro.

Depression kann nicht mehr vernachlässigt werden

Christian Molt, Vorstandsmitglied der Allianz, sieht hier massive Probleme auf die Volkswirtschaft zurollen. Psychische Belastungen wie die Depression „werden damit zu einem Kostenfaktor, der nicht mehr einfach ignoriert werden kann“, so Molt. Und auch die WHO schlägt Alarm. Schätzungen gehen davon aus, dass Depression bald zu den häufigsten Krankheiten zählen könnte.

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