Aktuelles Urteil zu Gesundheitsfragen der Krankenversicherung

Ein Urteil des Bundesgerichtshofs hat einer privaten Krankenversicherung Recht zugesprochen. Die Krankenversicherung muss nicht leisten, wenn ein Versicherter oder sein Makler Gesundheitsfragen bei Antragsstellung falsch beantwortet hat. Stattdessen kann sie wegen arglistiger Täuschung vom Vertrag zurücktreten.

Wer seinen Versicherungsschutz genießen will, sollte bei der Antragsstellung im Vorfeld Gesundheitsfragen seiner privaten Krankenversicherung genau abarbeiten. Ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs (Az. IV ZR 306) nimmt den Versicherten in die Pflicht. Dieser muss sicherstellen, dass er oder sein Versicherungsmakler alle Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß vor Vertragsabschluss beantwortet hat. Ein Verweis darauf, selbst nicht die falschen oder unvollständigen Antworten gegeben zu haben, hilft dem Versicherten genauso wenig wie seine Unkenntnis der rechtlichen Konsequenzen: Die Krankenversicherung kann ihm wegen arglistiger Täuschung die Leistung verweigern und vom Vertrag zurücktreten.

Gesundheitsfragen entscheidend für Versicherungsschutz

Das Urteil verdeutlicht: Wer sich einen Versicherungsvertrag durch falsche Angaben erschleicht, kann am Ende trotz jahrelanger Beitragszahlungen mit leeren Händen dastehen. Ehrliche und vollständige Antworten auf Gesundheitsfragen können nicht nur bei der Krankenversicherung sondern auch bei anderen Versicherungen entscheidend sein. Doch Gesundheitsfragen können knifflig sein und falsche Angaben versehentlich gemacht werden.

Gesundheitsfragen der Krankenversicherung lieber zu ausführlich beantworten

Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, beim Antrag lieber zu viel als zu wenig von der eigenen Krankengeschichte der letzten zehn Jahre mitzuteilen. Denn Antragssteller können nicht genau wissen, welche Angaben für die Krankenversicherung relevant sind. Selbst Symptome, wegen denen kein Arzt aufgesucht wurde, oder die Einnahme von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten, können für die private Krankenversicherung eine wichtige Information darstellen. Eine Erleichterung gibt es: Nicht jede belanglose Beschwerde, beispielsweise ein Schnupfen, muss angegeben werden.

Es empfiehlt sich aber, sich beim Hausarzt nach Auffälligkeiten der eigenen Krankenakte zu erkundigen. Außerdem muss der Hausarzt der Krankenversicherung genannt werden. Wer in den letzten zehn Jahren seinen Arzt gewechselt hat, sollte sich außerdem die Mühe machen, die früheren Hausärzte aufzulisten.

Wieso stellt die private Krankenversicherung Gesundheitsfragen?

Gesundheitsfragen dienen in der privaten Krankenversicherung dazu, über die Annahme des Antragsstellers und die Höhe seines Versicherungsbeitrages zu entscheiden. Ausgenommen davon ist die Aufnahme in den Basistarif – hier muss jeder versichert werden, der das nötige Mindesteinkommen für die private Krankenversicherung über drei Jahre nachweisen kann. Menschen mit schwerwiegenden Vorerkrankungen können für alle anderen Tarife mindestens damit rechnen, höhere Risikozuschläge für die private Krankenversicherung zu zahlen.

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