Ärztemangel: Sind bald mobile Ärzte unterwegs

Der Ärztemangel auf dem Land sorgt seit Wochen für eine anhaltende Debatte in Deutschland. Berechnungen zufolge müssen in den kommenden Jahren mehrere zehntausend Ärzte ersetzt werden. Wie die Verteilung der Mediziner allerdings bedarfsgerecht erfolgen soll, darüber wird nicht nur auf der politischen Bühne gestritten. Auch Kassen und Ärzteschaft sind sich bezüglich der Problemlösung uneins.

KBV für mobile Mediziner

Einen Lösungsansatz sieht zum Beispiel die Kassenärztliche Bundesvereinigung im Einsatz mobiler Mediziner.

Abwechselnd sollen so Allgemein- und Fachärzte in den ländlichen Regionen unterwegs sein. „Montags und dienstags (…) ein Hausarzt (…) der Frauen- und der Augenarzt wird einmal in der Woche dort sein“ so KBV-Chef Andreas Köhler. Angesichts der Herausforderungen, vor denen man steht, wird es nach KBV-Ansicht langfristig nur in den Städten und Ballungszentren zu einer Versorgung auf dem heutigen Niveau kommen.

Parallel zum mobilen Mediziner wird sich die Bevölkerung ländlicher Regionen noch auf ganz andere Neuerungen einstellen müssen. So existieren Vorschläge, die eine deutliche Aufgabenverteilung anstreben, Ärzte sollen medizinische Aufgaben an entsprechend geschultes Personal delegieren. So fordert der Gesundheitsforscher Gerd Glaeske Krankenschwestern, die auf dem Land Hausarztbesuche übernehmen können.

Gesundheitswesen steht vor Herausforderungen

Unterm Strich steht das Gesundheitswesen vor erheblichen Herausforderungen, die zeitnahe und nachhaltige Lösungen erfordern. Die Debatte und die unterschiedlichen Vorschläge zeigen aber deutlich, dass die Meinungen zu den einzelnen Aufgaben im Gesundheitswesen stark auseinandergehen. Beispielhaft dafür stehen die Änderungswünsche, welche in das Gesetz zum Ärztemangel eingeschoben werden sollen.

Zu den Bedenken gehören unter anderem eine unsichere Finanzierung des Ganzen und auch die Tatsache, dass die spezialärztliche Versorgung neu geregelt werden soll. In den Augen einiger Experten ist das Gesetz bereits jetzt in diesem Bereich so aufgeweicht, dass die eigentliche Innovation – eine deutlich patientengerechtere Versorgung – verloren geht. Unterm Strich könnte das Gesetz zu einem Flickenteppich werden, der viele Interessen berücksichtigen soll, seinen Weg aber nicht konsequent geht.

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