Ärztemangel in Kliniken durch Kooperationen mildern

Viele Ärzte, die heute ihre Ausbildung in Deutschland absolvieren, streben nach dem Abschluss ihres Studiums eine hoch qualifizierte Facharztausbildung an, denn Fachärzte erhalten in Deutschland eine überdurchschnittliche Vergütung. Der Beruf des Krankenhausarztes ist hingegen weniger begehrt, denn wie in der Öffentlichkeit immer häufiger zu hören ist, müssen angestellte Ärzte im Krankenhaus zahlreiche Überstunden leisten, wobei die Vergütung lediglich durchschnittlich ist.

Dieses negative Image der Krankenhausärzte hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass immer weniger Studienabsolventen eine Karrierelaufbahn im Krankenhaus anstreben, wodurch der Ärztemangel immer größer wird. Besonders groß ist dieser Mangel aktuell im Bundesland Nordrhein-Westfalen, wo die Kliniken derzeit vergeblich versuchen, mehr als 1.000 offene Stellen zu besetzen.
Um den Ärztemangel in den Kliniken in Nordrhein-Westfalen vorerst zu mildern, hat die Landesregierung jetzt beschlossen, eine Kooperation mit der österreichischen Ärztevertretung zu schließen. Diese Vereinbarung soll es Jung-Ärzten aus Österreich ermöglichen, eine Weiterbildung an Kliniken in NRW zu absolvieren, die in Österreich oft erst nach dreijähriger Wartezeit ermöglicht werden könnte. So können beide Seiten von dieser Vereinbarung profitieren, denn die österreichischen Ärzte erhalten die gewünschte Ausbildung, die deutschen Kliniken hingegen können die Ärzte entsprechend nutzen und so offene Stellen besetzen.
Nach Aussagen der Ärztekammer Westfalen-Lippe ist diese Vereinbarung zwar positiv zu sehen, sie kann jedoch nur kurzfristig helfen, den Ärztemangel zu kompensieren. Langfristig hingegen müsse der Arztberuf in Kliniken wieder attraktiv gemacht werden.

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